Berliner Stadtschloss

Pressestimmen

Das Berliner Stadtschloss in der Presse
Ansicht der rekonstruierten Fassade West (oben) und Nord (unten) (Bild: Architekturbüro Francesco Stella, Vicenza )

DAS BERLINER STADTSCHLOSS IN DER PRESSE

Der Vertrag mit dem italienischen Architekten Franco Stella zum Bau des Berliner Stadtschlosses ist ungültig, entschied das Bundeskartellamt. art hat aktuelle Pressestimmen zum Thema für Sie zusammengestellt.

Mit der Entscheidung des Bundeskartellamts hänge "nicht nur das inhaltliche Konzept des Humboldt-Forums, das den Schlossbau füllen soll, sondern auch das Bauvorhaben selbst in der Luft!", schreibt Andreas Kilb in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (11.09.09). Der Entwurf von Franco Stella stelle "ein Muster an stilistischer Geschlossenheit und zugleich ein Raumwunder auf vergleichsweise knapper Fläche" dar, meint Kilb. Jetzt sei "das Ansehen des Architekten Stella beschädigt, sein Auftraggeber, das Bundesbauministerium, bloßgestellt" und nicht zuletzt der Zeitplan des Bauvorhabens gefährdet.

Im Feuilleton der "Frankfurter Rundschau" (12./13.09.09) schreibt Christian Thomas, das Bundeskartellamt habe dem Bauministerium "ein Debakel bereitet", "wovon dieses ablenken will, indem es dem unterlegenen Architekten undemokratische Missgunst" und "möglicherweise wirtschaftlich motivierten Neid unterstellt". Zusammenfassend betont Thomas, die bisherige Stadtschlossgeschichte sei längst "in ein neues Stadium eingetreten, das der Rekonstruktion".

Jens Bisky beleuchtet in der "Süddeutschen Zeitung" (12./13.09.09) die Sichtweise des Ministeriums, das nicht daran denke, der "Pedanterie der Kammer, die völlig neue Kriterien’ aufgestellt habe", zu folgen. Dies "drohe zu einer Bürokratisierung aller Vergabeverfahren’ zu führen". Bisky fordert, nun nicht "weiterzumachen wie bisher", sondern "das Gesamtvorhaben zu überprüfen. Sonst dürfte bald die nächste Überraschung folgen".

"Das Schloss ist keine Autobahn"

Im Berliner "Tagesspiegel" (14.09.09) bezieht sich Detlef Gottschalck auf die Vergabeverfahren und vergleicht den Bau des Stadtschlosses mit dem Neubau eines Autobahnabschnittes: Er bemängelt, dass beide den gleichen strengen Regeln des Vergaberechts folgen müssen.

"Nach dem Urteil des Kartellamts bemühen sich alle Seiten um Schadensbegrenzung" (14.09.09), wirft Rainer Haubrich in die Debatte ein und umreißt im Feuilleton der "Welt" den unklaren Fortgang des Schloss-Projektes nach Verkündung des Kartellamts.

Der Berliner "Kurier" (13.09.09) bezieht eindeutig Position: Er stellt die Existenzberechtigung des Stadtschlosses in Frage und macht darauf aufmerksam, dass nun die letzte Chance "für Gegner des Protz-Palastes" bestehe, "den Mammut-Bau noch zu stoppen".

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (13.09.09) hingegen hat schlicht "keine Lust" mehr, "über die Querelen des Berliner Stadtschloss" zu schreiben. Der "Ödnis und Langeweile" der Stadtschloss-Bilder entgegentretend, stellt die Zeitung den neuen Bildband "Ponti" von Graziella Roccella mit Fotografien moderner klassizistischer Architektur vor.

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