Editorial 40 Jahre ART: Sie lesen nun ein »Mid-Career Magazine« ...!

40 Jahre ART: Sie lesen nun ein »Mid-Career Magazine« ...!

Tim Sommer, Chefredakteur

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn eine Künstlerin, ein Künstler 40 wird, dann spricht man gern von einem »Mid-Career Artist«. Vorausgesetzt natürlich, sie oder er hatte bislang eine Karriere. Hat sich also erfolgreich erfunden, hat sich bekannt gemacht, vernetzt und festgesetzt – und weiß auch bereits, wie flüchtig der Ruhm sein kann, wenn man nicht dranbleibt mit der permanenten Selbsterfindung. Mit diesem Kunstmagazin möchte ich es auch so halten – es ist nun ein »Mid-Career Magazine«. Aber was bedeutet das? Unsere Antwort in diesem Jubiläumsheft: Genau zu wissen, was man ist und was man kann – und konsequent nach vorn zu schauen! Neu erfinden müssen wir uns ohnehin jeden Monat.

Als ART 1979 gegründet wurde, war die Kunstwelt noch eine ganz europäisch-US-amerikanische, recht akademische, ziemlich weiße und auch ziemlich männliche Veranstaltung. Insofern war die Erstausgabe mit der Titelstory über den Kolumbianer Fernando Botero (siehe Seite 8), dem Porträt des Outsider-Bildschnitzers Erich Bödeker und dem Interview mit Eva Beuys (»Darum trägt der Beuys immer seinen Hut«), mit Geschichten über mittelalterliche dörfliche Wandmalereien und einen armenischen Sammler ein Musterstück für journalistische Neugier und Spaß an der Entgrenzung. Gute Gene, würde ich meinen!

40 Jahre ART: Sie lesen nun ein »Mid-Career Magazine« ...!

Die Jubiläumshefte von ART sind ein Spiegel der Zeit und der Kunstgeschichte – jedes folgte einer speziellen Idee

So haben wir es seitdem in unserer Redaktion gehalten: die Trends kennen und verstehen, aber uns nie gemeinmachen mit den wechselnden Hypes, dabei den Blick in die Geschichte der Kunst richten und immer offen und begeisterungsfähig bleiben für das, was scheinbar am Rande passiert. So wollen wir Ihnen, unseren Lesern, ein Partner sein, mit dem es einfach Spaß macht, gemeinsam durch die unendlichen und unendlich wundersamen Kunstwelten aller Zeiten und Länder zu streifen. Es gibt so viel zu entdecken!

Für diese Jubiläumsausgabe haben wir uns entschieden, (fast) ohne Nostalgie auszukommen und die Zukunft der Kunst in den Blick zu nehmen, die, wen wundert’s, mit dem Nachdenken über die Zukunft der Welt ganz eng verknüpft ist.

Ich danke allen Mitarbeitern, Mitstreitern und Helfern der Redaktion für vier Jahrzehnte ehrgeizigen, genauen und lustvollen Kunstjournalismus – und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für Ihre Treue. Versprochen: Auch wir bleiben uns treu!

Ihr Tim Sommer

chefredaktion@art-magazin.de