Off-Spaces: Gartenhaus - München

Gartenhaus der Kunst in München

Trainingslager der Subkultur: In der Serie "Off-Spaces" präsentiert art alternative Kunstorte. Diesmal: das Gartenhaus in München
Trainingslager der Subkultur:Off-Spaces: Gartenhaus der Kunst

Das Gartenhaus auf dem Gelände der Münchner Akademie

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

In diesem Semester hatten wir zwei Ausstellungen, die recht gut besucht wurden. Die eine war "Haus.Paus.Braus.", da die beiden Künstlerinnen (Louisa Abdelkader & Melina Hennicker) während der Ausstellungsdauer zwei Konzerte organisiert hatten.

Die zweite Ausstellung mit vielen Besuchern war "Moebilitar" (Benjamin Ulmschneider & Karolin Knote). Diese lief zur Zeit der Jahresausstellung der Akademie der Bildenden Künste, bei der dieses Jahr auch der Garten mit einer großen Ausstellung bespielt wurde. Da das Gartenhaus im Garten steht, schauten einige der Besucher auch bei uns vorbei.

Und der größte Misserfolg?

Bis jetzt hatten wir zum Glück noch keine großen Misserfolge. Kurz vor knapp, nach einigen Nachtschichten, wird dann doch immer alles rechtzeitig fertig.


Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielt?

Wir würden Künstler einladen, die mit uns zusammen projektbezogen an Ausstellungskonzepten arbeiten. Und wenn Geld keine Rolle spielt, haben wir lediglich das Problem von Frage 8!


Ihre Philosophie beziehunsgweise Ihr Konzept in einem Satz?

Das Gartenhaus ist ein Ort der Kunst um der Kunst Willen, verwaltet und organisiert von Studenten der Münchner Kunstakademie. Was das Gartenhaus von der akadmieinternen Galerie unterscheidet, ist, dass die Studenten freie Hand über Organisation und Entscheidungen haben. Die Räumlichkeiten werden uns von der Institution zu Verfügung gestellt, für den Rest sind wir verantwortlich. Die Aussteller arbeiten mit uns Organisatoren zusammen, kuratieren ihre Ausstellung jedoch eigenständig. Somit haben wir lediglich in der Festlegung der Bewerbungskriterien Einfluss auf die einzelnen Ausstellungsprojekte.

Was ist Ihre Motivation einen solchen Off-Space zu betreiben?

Wir wollen einen Raum zum Ausstellen schaffen, jenseits von Institutionalisierung, Establishment, Management und Profitdenken, ohne Mittelsmänner und Autoritäten, der die Möglichkeit zu interdiziplinären Projekten bietet.


Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Jeder eingereichte Projektvorschlag wird umgesetzt. Sollten zu viele Bewerbugen auf die festgelegten Ausstellungtermine fallen, entscheidet ein Losverfahren über die Ausstellungsteilnahme. Es würde einige Schwierigkeiten mit sich bringen, wenn Studenten anfingen, Kommilitonen zu kuratieren. Durch Auslosen wirken wir Vetternwirtschaft und Konkurrenzgehabe entgegen. Die einzige Bedingung für eine Bewerbung ist, einen externen Künstler einzuladen. Ob dieser aus der bildenden oder darstellenden Kunst kommt, ist freigestellt.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Skurril und abenteuerlich wird es, wenn Besucher die Ausstellung wie einen Abenteuerspielplatz nutzen. Das führt vom Betatschen der Kunst bis hin zum Besteigen einzelner Werke. In einer unserer letzten Ausstellungen ging es um Möbelstücke, die auf ironische Weise ihre funktionalen Grenzen hinterfragten. Ein Besucher schloss sich dieser Fragestellung an und bekletterte beherzt eines der Stücke mit solchem Schwung, dass er die Antwort auf weniger lustige Weise erfahren musste.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Leider ganz schnell, wenn es um Brandschutzverordnungen und allgemeine Sicherheitsfragen geht. Da kann ich nur sagen, haltet die Fluchtwege frei, raucht bitte woanders und lauft nicht über den frisch gewischten Boden!

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Wahrscheinlich ein Geräteschuppen.


Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Mehr Besucher....und die Antwort auf Frage 3!


Die Fragen beantwortete Franziska Seitz

Gründungsjahr: 2009

Leitung: Franziska Seitz & Johanna Priborsky

Wie viele Helfer/Mitarbeiter: unsere lieben Hausleute

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: kommt ganz auf die Woche an.

Ausstellungsfläche: ca. 70 m²

Altersdurchschnitt der Besucher: 20-50

Jahresbudget: 600 €

Gartenhaus

Akademiestrasse 2-4
80799 München
Fr-Mo 14.00-20.00 Uhr

http://gartenhaus.adbk.de
gartenhaus@adbk.de