Off-Spaces - Prima Kunst Container

Off-Spaces: Prima Kunst Container in Kiel

Jede Woche präsentiert art alternative Kunstorte in Deutschland. Diesmal: der Prima Kunst Container in Kiel.
Trainingslager der Subkultur:Off-Spaces: Prima Kunst Container, Kiel

Außenansicht des Prima Kunst Containers

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Stefanie Polek: Das können wir noch gar nicht sagen, da es das Team so in seiner Zusammenstellung erst seit einem halben Jahr gibt.

Und der größte Misserfolg?

Den haben uns die vorherigen Betreiber wohlweislich verschwiegen.

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielt?

Einmal den Container rosa streichen und die goldene Himbeere an die schlechteste Kunst verteilen. Und dann am besten noch einen Katalog in nennenswerter Auflage.

Ihre Philosophie beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Wichtig ist uns eine Auseinandersetzung mit dem Container, inhaltlich oder räumlich; was der Künstler dann ausstellen möchte ist ihm relativ freigestellt.

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Kiel durch junge Kunst zu beleben ist eines unserer wichtigsten Anliegen. Und wenn junge Künstler dann auch aus anderen Städten Deutschlands in den Norden finden, kann das nur bereichernd sein.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Das Konzept, das wir von den Künstlern wünschen, muss uns überzeugen. Kritisch, originell, witzig, sachlich egal, es muss etwas auslösen. Sozusagen unsere Vorstellung animieren.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Letzte Nacht hatten wir alle denselben Traum: Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würden wir mit dem Container um die Welt reisen und einfach die Künstler ausstellen, die wir wollen.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Wenn der rote Teppich wichtiger ist, als das Ziel, zu dem er führt.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Pragmatisch gesehen wären wir auf irgendeinem Schiff aus China und brächten Wohlstand nach Europa. Oder wir würden zwei Schreibtische für Bürohengste beherbergen. Aber am liebsten würden wir noch häufiger wechselnde Veranstaltungen anbieten, sozusagen als In-Space.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Money, Money, Money für Projekte, die weder Künstler noch Betreiber aus eigener Tasche finanzieren müssen.

Fakten, Fakten, Fakten:

Gründungsjahr: 1986

Leitung: Jens Ewald, Steffi Parlow, Philipp Meurer, Max Nelles, Chili M. Seitz, Johanna Broziat, Timo Sackmann, Stefanie Polek

Wie viele Helfer/Mitarbeiter: Jens Ewald, Steffi Parlow, Philipp Meurer, Max Nelles, Chili M. Seitz, Johanna Broziat, Timo Sackmann, Stefanie Polek

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: 20-30 Stunden und kurz vor Vernissage wird es dann etwas mehr.

Ausstellungsfläche: ein 20 Fuß Container L6,058m x B2,438m x H2,591m 38,3 m³

Altersdurchschnitt der Besucher: 20-55, mal älter, mal jünger

Jahresbudget: 0,00 €uro (Die Kosten werden über Spenden an die hauseigene Bar finanziert, die jedes Mal zur Vernissage betrieben wird.)

"Prima Kunst Container"

Aktuelle Ausstellung: bis 30. Mai Ingmar Mruk "PKC 1/10". PK Container an der Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Str. 31
http://primakunst.info/
mail@primakunst.info