Off Spaces - Berlin

Off-Spaces: Schinkel Pavillon in Berlin

art präsentiert alternative Kunstorte in Deutschland. Diesmal: der Schinkel Pavillon in Berlin
Trainingslager der Subkultur:Off-Spaces: Schinkel Pavillon

Dirk Bell: "LI´ve is LI´ve"

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Die meisten Ausstellungen sind gut besucht, weil unser Programm sehr vielfältig und spannend ist. Wir laden sowohl junge, interessante Künstler, wie Paul Sietsema, Andro Wekua oder Christian Jankowski ein, als auch international etablierte Künstler, wie zum Beispiel Mike Kelley, Sylvie Fleury oder Thomas Scheibitz.

Und der größte Misserfolg?

Einen wirklichen Misserfolg hatten wir bisher nicht. Klar gibt es mal mehr, mal weniger gut besuchte Ausstellungen, aber wir konnten immer mit guten Positionen und der Ausstellungsarchitektur in diesem besonderen Raum überzeugen.

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielt?

Bei dem Ausstellungsraum handelt es sich um einen Pavillon, der in der Parkanlage des Kronprinzenpalais liegt. Es wäre wunderbar eine Ausstellung zu planen, die über den Ausstellungsraum hinaus die Parkanlage mit einbeziehen würde.

Ihre Philosophie, beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Herausragende Kunst aus den Bereichen Skulptur, Installation und Medienkunst zu fördern.

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Das ist Leidenschaft.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Nach Qualitätskriterien.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Zur Ausstellung von Sylvie Fleury mit dem Titel "Magic Mushroom" hatte das Catering Unternehmen "Magic Cookies" angeboten. Aus der Vernissage wurde tatsächlich ein rauschendes Fest über das noch heute gesprochen wird.

Dirk Bell zeigte in seiner Ausstellung "LI´ve is LI´ve" eine raumgreifende Lichtinstallation, deren Leuchtstoffröhren sich über ein elektronisches Programm an- und ausschalteten. Der Rhythmus orientierte sich an der aktuellen Konstellation von Sonne und Mond. Zu einer Veranstaltung im Rahmen seiner Ausstellung hatte Dirk Bell eine befreundete Band eingeladen und Nebelmaschinen zur Unterstützung des Lichtspiels eingesetzt. Als die Veranstaltung nahezu beendet war, tauchten in dem nebelgefüllten Pavillon plötzlich Papageno, Tamino und andere kostümierte Tänzer aus der Oper auf, die fünf Minuten im Nebel tanzten und anschließend wieder verschwanden. Wie sich herausstellte, handelte es sich um die kostümierten Sänger der benachbarten Staatsoper, die nach ihrem Auftritt das Spektakel im Schinkel Pavillon bemerkten und eine ebenso überraschende wie großartige Zugabe in diesem Rahmen präsentierten. Der spontane Besuch führte dazu, dass einige Künstler der Staatsoper die Ausstellungen im Pavillon nun regelmäßig besuchen.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Beim Mietvertrag mit der Bundesimmobilienanstalt.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Eine sehr engagierte Galerie.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Viele neue Mitglieder für den Schinkel Pavillon e.V. zu gewinnen.

Fakten, Fakten, Fakten:

Gründungsjahr: 2007

Leitung: Nina Pohl/Stephan Landwehr

Wie viele Helfer/Mitarbeiter: Zwei

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: keiner

Ausstellungsfläche: 130 Quadratmeter

Altersdurchschnitt der Besucher: 25 bis 65 Jahre

Jahresbudget: keine Angabe

Schinkel Pavillon e.V.

Oberwallstraße 1, 10117 Berlin
http://www.schinkelpavillon.de/
info@schinkelpavillon.de