Off-Spaces:<br>Galeria Autonomica - München

Off-Spaces: Galeria Autonomica in München

art präsentiert alternative Kunstorte in Deutschland. Diesmal: die Galeria Autonomica in München
Trainingslager der Subkultur:Off-Spaces: Galeria Autonomica

Die Installation "Hinterhofidylle" im Zeichen der Zeit von dreamgirl 2011 und Toni v.d. Örben im Hinterhof der Galeria Autonomica

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Unsere erste 48-Stunden-Ausstellung Anfang des Jahres in München "Kampfsporthosen mit Bündchen, Kulturrevolution", mit über 800 Gästen an zwei Tagen. Wir zeigten sechs Künstler aus dem "Urban Art"-Bereich. Die Schau war gut besucht, da wir gute Künstler, gute Musik und gute Mundpropaganda betrieben hatten.

Und der größte Misserfolg?

Niemand redet gerne über Misserfolge, aber die gehören auf dem Weg zum Erfolg dazu. Wir sind und bleiben unbändig aktiv, mal mit Erfolg, mal ohne.

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielt?

Je teurer und größer eine Ausstellung wird, desto mehr kommen wir von den Wurzeln unseres Konzepts ab. Kleine Läden temporär bespielen, überschaubare Leerstände beleben. Low Budget aus Überzeugung.

Ihre Philosophie, beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Lasst uns dem Kunstmarkt die Lederhosen ausziehen!

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Künstlern mit meist subkulturell verwurzeltem Hintergrund eine Plattform zu bieten ihre Arbeiten einer breiten Masse zu zeigen.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Kredibilität, Stil und Menschlichkeit.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Bis März diesen Jahres hatten wir noch eine Galerie mit festem Standort in Wetzlar. Diese verwüsteten wir gegen Ende ihrer Zeit eines Abends so lautstark und gewalttätig, dass sogar die Polizei mit zwei Fahrzeugen anrückte, uns aber nicht belangen konnte. Aus den Scherben und den zerschmetterten Gegenständen errichteten wir eine Installation, die den erklärenden Titel "Christoph war sau sauer auf sein saudummes Verhalten – daraufhin sind ihm mehrere Glasflaschen mit Nachdruck aus der Hand geglitten" trug. Wir fühlen uns manchmal ziemlich wie Rockstars.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Die Freiheit, ein alternativer und damit eher unkommerzieller Kunstort zu sein, hört genau dann auf, wenn etwas zu viele Leute gut finden, etwas zu viele Leute kennen, etwas zu viele Leute kaufen möchten.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Ein wirklich guter Falafel-Schnellimbiss auf Rädern oder eine komplett vollgetaggte Toilette.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Eine gerechtere Welt in allen Belangen. In unserem Kontext, dass Menschen, die für ihre Kunst leben, auch davon leben können.

Fakten, Fakten, Fakten:

Gründungsjahr: August 2008

Leitung: Christoph Pankowski und Christian Minke

Wie viele Helfer/Mitarbeiter: Ein Praktikant, Hagen Friedrich Rinn, dem wir auf diesem Wege herzlich danken möchten

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: Wir bezeichnen es nicht als Arbeit

Ausstellungsfläche: Variiert von Ausstellung zur Ausstellung zwischen 25 bis 400 Metern

Altersdurchschnitt der Besucher: Die meisten Menschen besuchen uns in der Blüte ihrer Zeit

Jahresbudget: Keine Angaben

Galeria Autonomica

Grafinger Straße 6, Gebäude 44, 80686 München
http://galeria-autonomica.de/
galeria@ist-einmalig.de