Off-Spaces: Hafenkult - Duisburg

Off-Spaces: Hafenkult

In der Serie "Off-Spaces" präsentiert art alternative Kunstorte. Diesmal: Hafenkult in Duisburg, ein Zentrum mit Ateliers und Schauraum in einer Büroimmobilie aus den 70er Jahren mitten im Rheinhafen.
Trainingslager der Subkultur:Off-Spaces: Hafenkult, Duisburg

Den Duisburger Hafen immer vor Augen: Einblick und Ausblick in ein Hafenkult-Atelier

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Die Gemeinschaftsausstellung zur Eröffnung unseres Hauses. Die Neugier der Besucher, Kunst an einem Ort zu finden, wo man sie nicht erwartet, war groß. Zudem konnten zeitgleich die Ateliers der vor Ort arbeitenden Künstler besichtigt werden.

Und der größte Misserfolg?

Bis jetzt noch keiner!

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielte?

Eine Freiluftausstellung mit sehr großformatigen Bildern, Fotografien, Skulpturen oder Installationen inmitten der uns umgebenden Kran- und Containerlandschaft.

Ihre Philosophie beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Kunst braucht Raum – sie will gesehen werden.

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Das Außergewöhnliche, Schwierige ist oft das Interessantere.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Nach Qualität und Gefallen der Arbeiten. Die Chemie zwischen Künstler und unserem Ort muss stimmen.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Unsere letzte Ausstellung "Quayside" mit Videoarbeiten von Ann Sophie Detje befasste sich mit dem Thema Hafen und Reisen und somit auch mit dem Medium Wasser. Pünktlich zum Pressetermin drohte das diesjährige Januarhochwasser in Deutschland über die Kaimauer hinter unserem Haus zu schwappen und unser Gelände zu überfluten. Der Titel der Ausstellung hätte nicht besser unterstrichen werden können. Dennoch – das Gebäude wäre dann nicht mehr trockenen Fußes erreichbar gewesen. Statt den Termin abzusagen, planten wir für den Ernstfall den Einsatz eines Ruderbootes, um die Presse "überzusetzen". Kurzfristig kontaktierten wir alle eingeladenen Pressevertreter, schilderten die Lage und baten, Gummistiefel mitzubringen. Das Wasser kam dann zwar nicht, aber dafür so viel Presse wie noch nie!

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Wenn die finanziellen Mittel für Instandsetzung und den Unterhalt des Ortes eine unrealistische Größenordnung annehmen.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Nichts anderes. Es gibt einfach zu viele reizvolle, ausgediente Immobilien, die nach Kunst schreien…

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Dass wir uns als Kunstort weiter etablieren, wir spannende Projekte und Kooperationen realisieren und reichlich ;-) Besucher anziehen!

Die Fragen beantwortete Katja Zappe


Fakten, Fakten, Fakten:

Gründungsjahr: 2010

Leitung:Katja Zappe

Wie viele Helfer/Mitarbeiter: manchmal eine Aufsichtsperson

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: zirka 15 Stunden, kann auch mal weniger oder viel mehr sein

Ausstellungsfläche: 170 Quadratmeter

Altersdurchschnitt der Besucher: ab 30

Jahresbudget:-

Hafenkult

Am Parallelhafen 12
47059 Duisburg
Tel. 0174-2411779
http://www.hafenkult.de
katja.zappe@hafenkult.de