Off Spaces: d-52 - Düsseldorf

Off-Spaces: d-52

Trainingslager der Subkultur: In der Serie "Off-Spaces" präsentiert art alternative Kunstorte. Diesmal: d-52. raum für zeitgenössische kunst
Trainingslager der Subkultur:Off-Spaces: d-52

Ausstellungsansicht mit Fotografien von Sonja Doetsch, 2011

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

"EgoArchive – indirekte Portraits" sowie "Partizipia - der demokratische Kunstpreis" und andere partizipatorische Projekte, denn solche Konzepte regen nicht nur Künstler, sondern auch Kunstinteressierte zum Mitmachen an.

Und der größte Misserfolg?

Die erste Nebenkostenabrechnung!

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielt?

Da gäbe es mehrere: Klanginstallationen mit hohem technischem Aufwand, große Videoinstallationen, Street-Art in allen Räumen, und zu allen Ausstellungen ein Katalog, das wäre toll!

Ihre Philosophie beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Wir wollen eine Plattform bieten zur Vernetzung von Künstlern und Off-Spaces, unter anderem durch bundesweit ausgeschriebene Ausstellungen, Kooperationsprojekte mit anderen Off-Spaces, kleinere regionale Kunstaktionen, partizipatorische Projekte und Events.

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Idealismus und Naivität, später Ruhm und Ehre.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Nach adäquater Umsetzung einer künstlerischen Idee.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Wo sollen wir anfangen? Wir hatten schon gebrochene Wasserleitungen (zum Glück nicht bei laufender Ausstellung); Kuriere, die nachts um 3 Uhr Kunstwerke anliefern wollten; Kuriere, die sich später grundlos zu romantischen Liebesbriefen hinreißen ließen; Künstler, die davon ausgingen, dass man als Off-Space Kunstwerke in 600 Kilometer Entfernung mit dem hauseigenen Transporter abholt und die besonders beliebten Künstler, die uns immer wieder mit reichlich Schokolade und Pralinen beschenken.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Momentan ist sie gefährdet durch die Einsparungen auf kulturpolitischer Ebene.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Eine leblose Fabrik für Fleischerei-Endprodukte.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Ein beleuchtetes Eingangsschild, eine reparierte Eingangstür, ein motivierter Praktikant, der uns das Büro endlich einrichtet, ein Dienstwagen und weiterhin spannende Künstler und Besucher.

Die Fragen beantworteten: Katja Benner, Bianca Bocatius, Sabine Rolli

Gründungsjahr: 2009

Leitung: Katja Benner, Bianca Bocatius, Sabine Rolli

Wie viele Helfer: Dr. Susanne Öner und Stefan Scholten

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: 5 Std. pro Woche pro Mitarbeiter

Ausstellungsfläche: 150 m²

Altersdurchschnitt der Besucher: 25 – 45 Jahre

Jahresbudget: 800,- Euro

d-52. raum für zeitgenössische Kunst

Rather Str. 52
40476 Düsseldorf
Freitags 17-19 Uhr, Sonn- und Feiertags 15-17 Uhr
http://www.d-52.de
mailto@d-52.de

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