Off-Spaces: O'Connolly'S - München

Off-Spaces: O'Connolly'S

In der Serie "Off-Spaces" präsentiert art alternative Kunstorte. Diesmal: das O'Connolly'S
Trainingslager der Subkultur:Off-Spaces: O'Connolly'S, München

"Ziel des Projekts ist es, die kulturelle Belebung des jungen Studentendorfes zu fördern", Außenansicht des O'Connolly'S im Münchner Olympiadorf

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Im November 2010 zeigte Elena Buono unter dem Titel "Spiegelungen" ironisch-subtile Zeichnungen und Illustrationen.

Die Ausstellung fand nicht zuletzt im Zusammenspiel mit einer zum Thema passenden Lesung von Josef Guggenberger großen Anklang, der dem Spiegelmotiv quer durch die Literaturgeschichte nachspürte.

Und der größte Misserfolg?

Der einmalige Versuch, sich während der Fussball-WM im Sommer 2010 in der Public-Viewing-Competition durchzusetzen.

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielte?

Wir würden gerne einen offenen Workshop unter der Leitung eines renommierten Künstlers mit anschließender Ausstellung der Ergebnisse im O'Connolly'S initiieren.

Ihre Philosophie beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

So wie das irische Pub die Idee des öffentlichen Wohnzimmers verkörpert, bietet das O'Connolly'S ein öffentliches Kunst-Wohnzimmer. Ziel des Projekts ist, ein Experimentierfeld verschiedensten kreativen Ausdrucks zu schaffen, die kulturelle Belebung des jungen Studentendorfes zu fördern sowie wöchentlich ein vielschichtiges Publikum anzusprechen, das unter anderen Umständen nur selten zusammenfände.

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Inspiration fand ich hierfür während meines Aufenthalts in Limerick, Irland. Einige Kunststudenten betrieben dort ein Art-Café mit Workshops, Vorträgen und Performances. Außerdem gab es kostenlos Kaffee und Tee in offener Atmosphäre. Dieses Konzept nach meiner Rückkehr in Kombination mit einer Ausstellungsplattform ins schicke München zu übertragen, stellte eine spannende Herausforderung dar.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Abgesehen von der heiklen Raumsituation gibt es kaum Beschränkungen. Bei uns stellen vorwiegend Studenten der Akademie der Bildenden Künste München aus. Ziel ist es, Künstlern die am Beginn der Professionalität stehen, eine Möglichkeit zu geben sich zu präsentieren.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Abenteuerlich wurde es speziell in diesem Sommer, als es stets pünktlich zu den Eröffnungsabenden ganz im Geiste des irischen Pubs zu regnen begann und die rund 30 Besucher auf engstem Raum versuchten Platz zu finden.
Einer der skurrilsten Momente jedoch ereignete sich auf der Pre-Release Party des jungen Literaturmagazins F ANG. Bei der multimedialen Lesung wurde ich nicht nur spontan als Lektorin verpflichtet, sondern überdies in einer Art erlebter Postmoderne selbst zu einem Teil der Geschichte, die ich vorlas.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Bei den Behörden.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Das Erdgeschoss meiner 19 Quadratmeter großen Wohnung.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Die Eröffnung einer Zweigstelle des O'Connolly'S in New York.


Gründungsjahr: 2010

Leitung: Eva Schleippmann

Wie viele Helfer: verschieden

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: 16 Stunden

Ausstellungsfläche: 2 Schaufenster, 6 qm Innenraum

Altersdurchschnitt der Besucher: 26 Jahre

Jahresbudget: nicht vorhanden