Off-Spaces: Poly - Karlsruhe

Off-Spaces: Poly

In der Serie "Off-Spaces" präsentiert art alternative Kunstorte. Diesmal: Poly in Karlsruhe – ein Freiraum für Experimente jenseits der Gesetze des Kunstmarkts.
Trainingslager der Subkultur:Off-Spaces: Poly, Karlsruhe

Poly bei Nacht während der Jahresausstellung 2010, Außenansicht

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Die bestbesuchten Ausstellungen waren in der Anfangsphase der Poly. Möglicherweise war sogar die Eröffnungsveranstaltung "Poly-Morph" die bestbesuchte. In den Gründungsjahren war auch die Anbindung an die Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe deutlich stärker. Es fanden Lesungen mit Professoren der Akademie statt. Außerdem hatte die Poly starke Sponsoring-Partner, weshalb es zu keiner Durststrecke im Ausstellungsbetrieb und bei den Besuchern kommen konnte.

Und der größte Misserfolg?

Der Absprung unseres langjährigen Sponsors.

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielte?

Eine Vernissage in New York, im Guggenheim Museum oder auf dem Mond. Unsere Mitglieder haben die unterschiedlichsten Wünsche geäußert.

Ihre Philosophie beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Schaffung eines unabhängigen öffentlichen Raumes, der künstlerische Ideen und Projekte auch außerhalb kommerzieller Interessen ermöglicht und künstlerische Positionen der Öffentlichkeit zur Wahrnehmung, Anregung und Diskussion zugänglich macht.

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Zu einer Vielfalt künstlerischer Positionen, frei von kommerziellen Interessen beizutragen und als schönen Nebeneffekt im Austausch mit anderen Künstlern und Kunsträumen zu stehen. Wir wollen sowohl Jung- als auch Alt-Künstlern eine Plattform geben. Ein wenig Idealismus gibt dann sein übriges hinzu.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Es gibt regelmäßige Mitgliederversammlungen, bei denen demokratisch über die Bewerbungen abgestimmt wird. Jedes Mitglied hat dabei seine eigenen Kriterien und Ansprüche. Spaßbewerber müssen mit unserem Anwalt rechnen.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Am skurrilsten sind die kleinen elektronisch quakenden Frösche, die unser Vermieter im Nebeneingang zur Galerie aufgestellt hat.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Die Freiheit hört auf, wenn es keinen Ort und auch keine Freiwilligen mehr gibt.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Dann wären wir Out-Of-Space.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Größere, mietfreie Räume mit Wänden, die sich selbst streichen.

Die Fragen wurden gemeinschaftlich von den Poly-Mitgliedern beantwortet.


Fakten, Fakten, Fakten:

Gründungsjahr: 2001

Leitung: Jedes Mitglied ist stimmberechtigt, der Vorstand wird jährlich demokratisch gewählt

Wie viele Helfer/Mitarbeiter: ca. 34 Mitglieder, davon sind 5 im Vorstand

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: ca. 15 Stunden, das ist temporär unterschiedlich

Ausstellungsfläche: 34 Quadratmeter

Altersdurchschnitt der Besucher: 38 Jahre

Jahresbudget: Ausgaben 6000 Euro, Einnahmen 4500

Poly Galerie

Viktoriastr. 9
76133 Karlsruhe
http://www.poly-galerie.org
galeriepoly@web.de