Off-Spaces: hoi - Köln

Off-Spaces: hoi Offraum

In der Serie "Off-Spaces" präsentiert art alternative Kunstorte. Diesmal: hoi Offraum in Köln, kurz hoiraum, mit einer ausgeprägten Vorliebe für Installationen, die eigens für den Raum konzipiert werden.
Trainingslager der Subkultur:Off-Spaces: hoi Offraum, Köln

Vor dem hoi Offraum, am Eröffnungsabend der Ausstellung: "Der Abstieg in den Schlaf 2" mit Arbeiten von Béla Pablo Janssen, 2010

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Zur Finissage von Béla Janssen wurde spontan ein Livemixtape aufgenommen. Unser kleiner Raum war zum Platzen gefüllt. Ausstellungsgäste und Straßenpassanten mischten sich, und es war eine energiegeladene laue Kölner Sommernacht.

Und der größte Misserfolg?

Es gab eine Ausstellung, die hat uns nicht gefallen. In diesem Fall haben wir zu spät bemerkt, dass unsere Zielsetzung nicht mit der des Künstlers übereinstimmte. Witzigerweise paart sich in unserem Fall der größte Misserfolg mit den meisten finanziellen Einnahmen.

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielte?

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würden wir gerne eine interaktive Ausstellung in unterschiedlichen Ländern
und Städten realisieren. Wir wollen keine Angst vor Grenzen haben.

Ihre Philosophie beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Joseph Beuys 1969: "Work only when you feel: your work starts revolution."

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Im Grunde wissen wir überhaupt nicht, was diese seltsame Handlung des Kunstmachens bedeutet. Und dass wir es nicht wissen, nicht fassen können, macht es so spannend – sogar viel spannender als die Arbeiten, von denen wir glauben zu wissen, was die Künstler da machen. Wir möchten Arbeiten in unserem Raum sehen, die uns überraschen und irritieren.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Wir fragen die Künstler immer danach, mit unserem Raum zu arbeiten und interaktiv mit der Straße und den Passanten zu spielen. Wir mögen den Gedanken, dass die Ausstellung rund um die Uhr aus dem Schaufenster heraus funktioniert und dass so auch Passanten, die eigentlich keine Ausstellung besuchen wollten, in eine Ausstellungssituation geraten und sich fragen, was dort überhaupt passiert.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Erst vor ein paar Tagen haben wir mit einer experimentellen Soundperformance unser Ausstellungsprojekt "hoi argentina" begonnen. Hierbei bespielen ausgewählte argentinische Künstler den hoiraum in Köln per Livevideoschaltung aus Buenos Aires. Zu Beginn der Übertragung hatten wir starke Probleme mit der Internetverbindung. So kam es, dass wir nicht sicher sein konnten, dass die Kölner Zuschauer auf der Straße vor dem hoiraum unser Treiben auch wirklich beobachten konnten. Am Ende der Performance, mit den letzten elektronischen Klängen, erhielten wir Applaus aus Köln. Diese erste Kommunikation war ein zauberhafter Livemoment.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Die Freiheit hört nicht auf. Wie denn? Wo denn?

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Ein Heuraum.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Den hoiraum immer weiter gehen und wachsen zu lassen. Wir sind aufgeregt und gespannt.

Die Fragen beantworteten Yvonne Klasen und Pascale Adrienne Lamm


Fakten, Fakten, Fakten:

Gründungsjahr: 2010

Leitung: Yvonne Klasen, Pascale Adrienne Lamm

Wie viele Helfer/Mitarbeiter: Jan Glisman hilft uns in Köln während unserem "hoi argentinia" Projekt.

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: 20 Stunden

Ausstellungsfläche: 9 Quadratmeter

Altersdurchschnitt der Besucher: 25 bis 45

Jahresbudget: nix

Hoi Offraum

Luxemburger Strasse 251,
50939 Köln
http://www.hoi-ist-ein-raum.com
hallo@hoi-ist-ein-raum.com

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