Off-Spaces: LEAP - Berlin

Der Off-Space LEAP in Berlin

Regelmäßig präsentiert art die angesagtesten alternativen Kunstorte Deutschlands. Diesmal: LEAP
Trainingslager der Subkultur:Der Off-Space LEAP in Berlin

In der Einzelausstellung des New Yorker Künstlers und Komponisten Tristan Perich erstellte seine Installation "Machine Drawings" über den Zeitraum der Ausstellung selbständig zwei Wandbilder.

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Die Besucherzahlen variieren, aber im Schnitt kommen 100 bis 300 Besucher zu LEAP-Eröffnungen. Da wir ein relativ neuer Ort sind, wächst das Publikum mit.

Und der größte Misserfolg?

Siehe Antwort oben.

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielt?

Wir wundern uns eher, wie wir im LEAP ohne finanzielle Unterstützung überhaupt so viel realisiert haben.
Seit unserer Eröffnung Mitte März 2011 gab es knapp 20 Ausstellungen und Veranstaltungen mit deutschen und internationalen Künstlern. Und dabei übersteigt unser Installationsaufwand simples Bilder-Aufhängen. Wir würden einfach gerne weitermachen.

Ihre Philosophie beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Das LEAP versteht sich als Plattform und interdisziplinärer Vermittler für elektronische, digitale und Performance Kunst.

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Wir machen das LEAP, weil es einen Ort, der sich ausschließlich der digitalen, elektronischen und Performance-Kunst widmet, in Berlin sonst nicht gibt, die Stadt solch einen Ort aber braucht. Vom Wandel zur digitalen Gesellschaft mal ganz abgesehen, gibt es ein großes Interesse an dieser zeitgenössischen und auch forschenden Kunst – wir bieten eine Plattform und möchten elektronische Künste im Austausch weiter voranbringen. Das LEAP hat neben Ausstellungsräumen und Screening-Raum zudem fünf Ateliers, in denen zehn Künstler arbeiten – abseits der Ausstellungen passiert bei uns also permanent eine Menge.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Unsere Ausrichtung gibt einen gewissen Auswahlradius vor. Kriterium ist vor allen Dingen, junge und “neue” Künstler zu zeigen. Wir legen ein Konzept oder einen thematischen Diskurs fest und suchen Arbeiten und Künstler, die in dem Kontext angesiedelt sind. Während des Prozesses findet man viel Neues. Einige Arbeiten, die aber später nicht zwangsläufig ausgestellt werden, zeigen wir in unserem Research Video Channel.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Als non-profit space sind unsere Mittel natürlich begrenzt. Von daher war der Diebstahl unserer ungeöffneten und zirka 45 Kilogramm schweren Donation-Box (massives Holz) vor zwei Monaten ziemlich abenteuerlich für unser Budget. Hier das Dilemma.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Bei der Steuererklärung.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Spricht sich zwar nicht so gut, aber wir wären das IEAP - Das Institute for Electronic Arts and Performance. Mal sehen.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Eigentlich wäre das die Antwort auf die letzte Frage, was sich seinerseits ein wenig nach der Antwort auf die dritte Frage anhört. Unterm Strich: Den Labor-, Research- und Theorie-Gedanken weiter ausbauen, den Künstlern endlich angemessene fees bezahlen können sowie generelle Planungssicherheit. Da aber 2012 ein "Leapyear" ist (engl. für Schaltjahr), könnte das klappen.

Die Fragen beantwortete LEAP (Lab for Electronic Arts and Performance): Daniel Franke, Kai Kreuzmüller, John McKiernan

LEAP - Lab for Electronic Arts and Performance

Adresse: (Berlin Carré, 1. Stock), Karl-Liebknecht-Str. 13, 10178 Berlin

Öffnungszeiten:

12 bis 18 Uhr, Dienstag bis Samstag während Ausstellungen

Nächstes Event:

Die Ausstellung "BodyControlled" endet am 2. Dezember

13. Dezember, "Faux Images IV" (Quarterly Animation & Motiongraphics Meeting)

19. Januar 2012 Deconstructing / Reynold Reynolds (Start einer neuen monatlichen Serie, jedes Mal ein anderer Künstler)


Fakten, Fakten, Fakten:

Gründungsjahr: 2011

Leitung: Daniel Franke, Kai Kreuzmüller, John McKiernan

Wie viele Helfer/Mitarbeiter: Seit kurzem unterstützt uns eine Praktikantin, und ohne die Hilfe der ausstellenden Künstler und von Freunden wäre nichts möglich.

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: 60 Stunden mal drei

Ausstellungsfläche: 350 Quadratmeter

Altersdurchschnitt der Besucher: 35 bis 40 Jahre

Jahresbudget: -
http://leapknecht.de/
info@leapknecht.de