Off-Spaces - München

Off-Spaces: Station FOE 156 in München

art präsentiert alternative Kunstorte in Deutschland. Diesmal: die Station FOE 156 in München
Trainingslager der Subkultur:Off-Spaces: Station FOE 156

Gibt es Engel ohne Absender? Gibt es eine Botschaft ohne die Gewissheit eines Ganzen? Diesen Fragen ging der Künstler Michael Hofstetter in seiner Ausstellung "jetzt bereiten" von 2009 in der Station FOE 156 in München nach

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Die Ausstellung "jetzt bereiten" von Michael Hofstetter – wegen des außenordentlich hohen intellektuellen Niveaus des Künstlers und seines Ausstellungskonzepts.

Und der größte Misserfolg?

Misserfolge gab es nicht. Aber schlechte Erfahrungen, zum Beispiel mit der Tagespresse. Solche Erfahrungen sind aber nichts besonderes in München.

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielt?

Bisher habe ich alle Ausstellungen, die ich mir vorgenommen habe, realisiert, und ich bin zuversichtlich, dass es auch in Zukunft so sein wird. Geld spielt bei der Durchführung von Ausstellungen eine untergeordnete Rolle.

Ihre Philosophie, beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Künstlerinnen und Künstlern ermöglichen, ihre Ideen umzusetzen. Schwerpunkt des Ausstellungsprogramms in der Station FOE 156: Raum-, beziehungsweise ortsbezogene Arbeiten.

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Hochachtung den Künstlerinnen und Künstlern gegenüber gekoppelt mit dem Willen, sie zu unterstützen.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Eines der Kriterien für die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler – neben der zu erwartenden hohen Qualität der Arbeiten – ist die Motivation, die annähernd so hoch sein sollte wie die meine.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Es war nicht in der Station FOE 156 sondern im Rahmen einer Ausstellung anlässlich des 120. Geburtstages von Marcel Duchamp in der Artothek in München. Ich habe ein Brauhaus angeschrieben, dass wir eine Replik des Flaschentrockners, die wir ausgestellt haben, mit einem Bierturm konfrontieren wollen und wir haben zwölf Träger Freibier bekommen.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Die Freiheit kann nicht aufhören. Man kann aber an ihre Grenzen stoßen. Diese Grenzen gilt es zu überwinden.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Mir persönlich ist jeder Raum oder Ort recht, an dem kompromisslos Kunst gezeigt werden kann.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Dass ich meine Motivation, mich für die Kunst einzusetzen, nicht verliere.

Fakten, Fakten, Fakten:

Gründungsjahr: Station FOE 156 ist eine von mir seit Anfang 2009 kuratierte
Ausstellungsreihe in der Galerie Foe 156, die es schon wesentlich länger gibt

Leitung: Pavel Zelechovsky

Wie viele Helfer/Mitarbeiter: nur gering bezahltes Aufsichtspersonal

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: nach Bedarf – es kommt vor, dass der Zeitaufwand 80 bis 100 Stunden in der Woche erreicht

Ausstellungsfläche: circa 75 Quadratmeter plus Außenbereich

Altersdurchschnitt der Besucher: nicht bezifferbar – Kleinkind bis Greis

Jahresbudget: circa 10 000 Euro vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München zuzüglich Sponsorengelder

Station FOE 156

Oberföhringer Straße 156, 81925 München
http://stationfoe156.blogspot.com/