Off-Spaces: ZERO FOLD - Köln

Off-Spaces: ZERO FOLD

In der Serie "Off-Spaces" präsentiert art alternative Kunstorte. Diesmal: ZERO FOLD in Köln
Trainingslager der Subkultur:Off-Spaces: ZERO FOLD, Köln

Es geht ums Große und Ganze, Patrick Rieve: "Third from the Sun"

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Fred Rapid "Glassworks" war ein Kompaktpaket aus dem Release seines Debütalbums, Künstlerpublikation, Gruppenausstellung und Konzert. Es handelte sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit Strzelecki Books und dem Musiker, der 29 Künstler zur Teilnahme geladen hatte – da potenziert sich das Publikum.

Erfolg ist sowieso Definitionssache: Bemisst man ihn daran, wie intensiv und konzentriert die Betrachter sich mit dem Gezeigten inhaltlich auseinandersetzen, war die "Future Show" von Alexandra Hopf am besten besucht.

Und der größte Misserfolg?

Gab es bisher nicht. Die Vernissagen waren immer energiegeladene Abende. Die Zusammenarbeit mit den Künstlern war jedes Mal auf unterschiedliche Art fruchtbar, manchmal auch nachhaltig in Form von Folgeausstellungen an anderen Orten. Der Erfolg einer Ausstellung wird sowieso nicht mit den Füßen abgestimmt. Was sie in den Köpfen auslöst und wohin das weitergetragen wird, wird oft erst zeitversetzt wirksam.

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielt?

Alles, was wir bei den bereits realisierten Ausstellungen nicht umsetzen konnten, einschließlich internationaler Kooperationen, weil das Budget dafür fehlte. Und ein Projekt mit dem belgischen Künstler Francis Alÿs, der in seinem Werk alles vereint, was meines Erachtens interessante Kunst auszeichnet: Seine Arbeit ist intelligent und phantasievoll, politisch und sinnlich, spielerisch und meditativ und gleichzeitig so variabel wie pointiert in der Bildfindung, egal in welchem Medium.

Ihre Philosophie beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Zitat Francis Alÿs: "Manchmal führt es zu nichts, wenn man etwas macht, manchmal führt es zu etwas, wenn man nichts macht."

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Den Künstlern und mir einen Möglichkeitsraum zu bieten, etwas auszuprobieren und gemeinsam zu entwickeln, das im besten Fall zunächst uns selbst und dann das Publikum überrascht. Gute Ausstellungen bedeuten, dass es glückt, in diesem winzigen Raum ein Synergie-Konzentrat herzustellen.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Nach deren Interessen außerhalb von Kunst, ihrem persönlichen Kosmos. Wer über den Tellerrand guckt, schafft meist auch die spannendere Werke.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Ist es nicht abenteuerlich und skurril, immer wieder Dinge zu treiben, die leise "Pling" in Hirn und Herz machen, aber selten unüberhörbar "Plong" in der Kasse?

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Man wächst zwar mit seinen Unmöglichkeiten, aber eine Grenze ist erreicht, wenn die finanzielle und energetische Selbstausbeutung bei allen Beteiligten überhand nimmt.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Kein fester. Oder eine Goldgrube. Oder ein "Think Pink and have another Drink"-Tank.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Immer wieder Mitflieger im freien Fall zu finden!

Fakten, Fakten, Fakten:

Gründungsjahr: November 2009

Leitung: Birgit Laskowski

Wie viele Helfer/Mitarbeiter: zero fold ist überwiegend eine One-Woman-Show, ein Künstler pflegt die Website

Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: zirka 2 Tage

Ausstellungsfläche: 15,77 Quadratmeter

Altersdurchschnitt der Besucher: 35

Jahresbudget:10 000 Euro

ZERO FOLD

Gladbacher Straße 50
50672 Köln

Do / Fr / Sa 15-18 Uhr u. n. V.
http://www.zerofold.de/
info@zerofold.de