Kunstunfall in Los Angeles

Ein Selfie mit Folgen

In einer schlechten Komödie würde es genau so passieren. Mit einer ungeschickten Bewegung löste die Besucherin einer Ausstellung des Künstlers Simon Birch eine zerstörerische Kettenreaktion aus. Dank Überwachungskamera staunt jetzt das ganze Netz. Der reagiert entspannt.

In einer Ausstellung des britischen Multimedia-Künstlers Simon Birch trat gerade das ein, wovor sich Künstler und Museumspersonal am meisten fürchten: Fehlende Verbotsschilder und eine äußerst ästhetische Ausstellungsanordnung veranlassen eine junge Frau in der 14th Factory in Los Angeles dazu, vor Birchs Exponaten für ein Foto zu posieren. Als sich die Besucherin vor den weißen Sockeln hinknien möchte, geschieht das Unaussprechliche. Sie verliert das Gleichgewicht, stößt rückwärts gegen einen der weißen Sockel und löst so einen Domino-Effekt aus. Folge: Zahlreiche, auf den Pedestalen platzierte Keramikkronen fallen kaskadenartig zu Boden. Schaden: rund 200 000 US-Dollar. Fazit: Schlecht gesichert, dumm gelaufen. Immerhin: Der Künstler Simon Birch, nimmt den Vorfall gelassen. In einer E-Mail, in der er zum Vorfall Stellung nimmt, betont er, es sei sogar höchst bedeutungsvoll, dass die Kronen als fragile Machtsymbole zu Boden fielen.

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