Blog: Screenshots

Im Bett mit Trump

"Schocken" ist ein Instrument aus dem Werkzeugkasten des Künstlers. Es ist abgestumpft, liegt ganz unten in der Kiste, wurde in den 90ern einfach zu oft benutzt. Kanye West, der in einer schweren Identitätskrise stecken muss, fasst man zusammen, mit wem er sich alles vergleicht (Da Vinci, Beethoven und Gott), hat seinen Schock-Hammer aber nie weggelegt, im Gegenteil, er sieht überall nur Nägel...

Im Bett mit Trump

Im Bett mit Wachspuppen von Kim Kardashian und Taylor Swift: Kanye West.

In seinem neuen Video „famous" greift er sich das acht Meter lange Gemälde "Sleep" des New Yorker Malers Vincent Desiderio (2008), verfilmt es mit Körperdoubles berühmter Leute und fragt jetzt schon auf Twitter: "Can somebody sue me already #I'llwait". Alle sind nackt, den Männern gönnt er ein Laken, die Frauen müssen darauf verzichten. Neben Kanye selbst liegt ein nacktes Taylor Swift-Double, die beiden bilden das Zentrum des "12 Apostel" umfassenden Werkes. Dazu rappt Kanye etwas, dass für ihn als Sympathie-Erklärung zu werten ist, er wolle noch Sex mit der 26-Jährigen haben, er hätte sie schließlich berühmt gemacht. Seine Frau Kim streckt zustimmend ihren Po ins Bild. Die restliche Gesellschaft, mit der sich das Ehepaar West-Kardashian im gemeinsamen Bett räkelt, besteht aus Donald Trump, Bill Cosby, Kanyes Trans-Schwiegervater Caitlyn Jenner, George Bush, Rihanna, Vogue-Chefin Anna Wintour und einigen Ex-Geliebten.

Im Bett mit Trump

v.l.n.r.: George Bush, Anna Wintour, Donald Trump, Rihanna, Chris Brown, Taylor Swift, Kanye West, Kim Kardashian, Ray J, Amber Rose, Caitlyn Jenner, Bill Cosby

Desiderio hat "Sleep" als eine Eigentheraphie gegen seinen Nasen-Krebs erdacht. Er wollte nicht alleine sein und malte sich eine intime Gesellschaft. Was sich in Kanyes Kopf gefressen hat, ist unklar. Sicher ist aber, dass gerade der sexistische Übergriff auf Swift der Schock-Hammerschlag zu viel war. Kanye kann halt nicht mit Pinsel und Dirigentenstock. aw

Online-Redaktion
Hier ermittelt die Online-Redaktion von art ungeklärte Fälle der Kunst und ästhetische Unfälle des Alltags
Gold Flush
Maurizio Cattelan installiert im Guggenheim eine Toilette aus 18 Karat Gold – zur Benutzung durch Besucher. Ein Witz? Oder das dringend benötigte Update von Duchamps Fountain?