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Willkommen in der Pastell-Hölle

Nordkorea Interiors

"National Drama Theatre", Pyongyang

Dass Nordkorea durch jahrzehntelange Isolation und den exzentrischen Geschmack seiner Diktatoren ein bizarres Gegenuniversum geworden ist, wusste man ja bereits. Dass Kim Jong Il aber abseits von  Massenumzügen, Propaganda-Wandbildern und gigantischen Hotelprojekten auch das Feld der Innenraumgestaltung stark gefördert hat, war bisher nicht ganz so bekannt.

Nordkorea Interiors

"National Drama Theatre", Pyongyang

Pastell und Symmetrie, das scheinen die beiden Leitmotive der nordkoreanischen Architektur zu sein, die einem bei der Betrachtung des Blogs North Korean Interiors des britischen Fotografen Oliver Wainwright ins Auge springen. Nach diesem Prinzip gestalteten die Architekten des Regimes in den letzten zwanzig Jahren ein kommunistisches Disneyland.

Nordkorea Interiors

"Rungrado 1. Mai Stadion", 1989 (renoviert 2014)

Die Besinnung auf das Vorschul-Farbspektrum ist aber mehr als nur Produkt eines fehlgeleiteten Geschmacks, wie Wainwright betont: Die Kitsch-Atmosphäre soll gute Laune verbreiten, schafft aber schließlich ein gesellschaftliches Klima, in dem die kontrollierte Bevölkerung geistig im Kindergartenalter festgehalten wird.

Nordkorea Interiors

"Rungrado 1. Mai Stadion", 1989 (renoviert 2014)

Nordkorea Interiors

"Changgwang Health and Recreation Complex", Pyongyang, 1981-86

Nordkorea Interiors

"Rungrado 1. Mai Stadion", 1989 (renoviert 2014)

Nordkorea Interiors

"Rungrado 1. Mai Stadion", 1989 (renoviert 2014)

Nordkorea Interiors

"Koryo Hotel", Pyongyang, 1985

Online-Redaktion
Hier ermittelt die Online-Redaktion von art ungeklärte Fälle der Kunst und ästhetische Unfälle des Alltags