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Print is not dead

Print is not dead

Geht's noch? Hier wehrt sich ein Drucker gegen die gedruckte Verdammung von Print.

Wo schlummern versteckte Umsatzpotenziale für Kunstgalerien? Bestimmt nicht in hochwertigem Druck-Chichi, fand Magnus Resch, Dr. oec., Unternehmer, Dozent und feste Größe der Berliner Eröffnungsszene. Sein knallharter Ratgeber zum "Management von Kunstgalerien" sollte dennoch dem optischen Anspruch der ansässigen Kunstcrowd genügen. Also ließ er die zweite Auflage seines Buchs bei der Szenedruckerei Gallery Print produzieren und fügte – ganz meta – eine Vorabentschuldigung an Druckereibesitzer Boris Brumnjak hinzu. Der war not amused über die im Buch getätigten Aussagen und trat nach mehrmaliger erfolgloser Kontaktaufnahme mit dem Autor schließlich den Gegenbeweis an – oder vielmehr die Gegenbeweise: Auf den fertigen Druckbögen für insgesamt 10 000 Bücher verewigte nun er seine Sicht der Dinge. Ohne viele Worte, aber mit umso mehr schwarz. Kurzerhand strich er die Passagen, in denen Resch seinen Lesern erklärt, warum sie künftig auf gedruckte Kataloge und Einladungskarten verzichten könnten. "Print is not dead!", korrigierte der Drucker standesbewusst – und machte en passant aus jedem Buch ein Unikat. Wenn das nicht noch verkaufsfördernd wirkt... Autor Resch wird es sportlich sehen, da ist sich Brumnjak sicher. ld

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Online-Redaktion
Hier ermittelt die Online-Redaktion von art ungeklärte Fälle der Kunst und ästhetische Unfälle des Alltags