Lieblink - VernissageTV

Lieblink: VernissageTV

Jeden Dienstag präsentieren wir Ihnen einen neuen Klicktipp. Diesmal: das Videoblog VernissageTV. art sprach mit dem Gründer Heinrich Schmidt über Idee und Konzept – und die Zukunft von Kunstfernsehen im Internet.
Lieblink der Woche:VernissageTV – das Videoblog

Jeden Tag eine neue Vernissage: Das Videoblog VernissageTV

Herr Schmidt, wie entstand die Idee zu VernissageTV?

Heinrich Schmidt: Wir filmten für einen befreundeten Architekten die Eröffnung einer Zaha-Hadid-Ausstellung im Architekturmuseum Basel – und da entstand die Idee, eine andere Art des Kunstfernsehens zu schaffen, welche dem Zuschauer einen möglichst authentischen Einblick in die Welt von Kunst, Design und Architektur ermöglicht. Oder wie es eine Journalistin so treffend formuliert hat: Wir öffnen jeden Tag ein Fenster zur Kunstwelt.

Art 39 Basel 2008 / Vernissage

Wie sieht ein ganz normaler Tag bei VernissageTV aus?

Das Schöne ist, dass es normale Tage kaum gibt. Vor allem, wenn wir unterwegs sind und filmen. Aber natürlich sind wir fast jeden Tag damit beschäftigt, Filme zu schneiden und zu publizieren. Mindestens genauso viel Zeit verbringen wir aber mit redaktioneller Arbeit, Recherche, Termin- und Programmplanung, Programmierung und Archivierung.

Wie reagieren die Künstler, Galeristen und die Vernissagenbesucher auf Sie?

Als wir vor fast drei Jahren angefangen haben, mussten wir natürlich häufig erklären, wer wir sind und was wir machen – das ist heute nur noch selten der Fall, und man freut sich, wenn wir auftauchen. Wir hatten jetzt schon ein paar Mal den Fall, dass wir gerade vom Künstler, dessen Ausstellung wir gefilmt haben, tolle Reaktionen erhalten haben. Und das ist natürlich schon ein Höhepunkt, wenn man erfährt, dass es dem Künstler richtig gut gefallen hat.

Welcher Beitrag war der am häufigsten geklickte?

Der unkommentierte Beitrag mit den meisten Downloads ist bisher der Film über die Art Basel 2007 – und das Interview mit den meisten Downloads ist das erste Interview, das wir 2006 mit Ambra Medda, der Gründerin der Design Miami, führten.

Das Grundkonzept von VernissageTV besteht darin, zur Kunst selbst nichts zu sagen. Warum eigentlich?

Braucht man immer jemanden, der einem sagt, was man davon zu halten hat? Wir machen VernissageTV für Kunstinteressierte, die ihren Augen vertrauen und ihre eigenen Schlüsse ziehen. Von uns wollen unsere Zuschauer nicht unbedingt wissen, ob jemand der neue Warhol oder auf der Watchlist ist. Wer unsere Beiträge über unsere Website anschaut, dem liefern wir im Begleittext Informationen über weiterführende Links zu Künstler, Ausstellung und Ausstellungsraum. Unser Konzept ist sicher nicht für jeden, aber so, wie's aussieht, für immer mehr.

Und wie geht’s weiter mit VernissageTV? Und vor allem: Wo ist VernissageTV in zehn Jahren?

Herzstück von VernissageTV sind die unkommentierten Beiträge und Interviews. Vor kurzem haben wir VernissageTV "Live!" eingeführt, ein Format, mit dem wir live und vor allem interaktiv über Kunstereignisse berichten können. Das ist vor allem für Events ideal, bei denen man Interaktion mit dem Publikum wünscht, das nicht vor Ort sein kann: zum Beispiel bei Diskussionsrunden, Künstlergesprächen oder Pressekonferenzen zu Ausstellungen. Ansonsten ist zurzeit tatsächlich viel in Planung, aber darüber reden wir erst, wenn es soweit ist. Und wo VernissageTV in zehn Jahren steht? Man wird sehen. Wie wär's damit: VernissageTV Kunstfernsehen: Jetzt auch auf Papier!

Zahlen, bitte: Gründungsjahr: 2005. Gründer/Mitarbeiter: 4. Klicks: sehr viele (wir machen kein Quotenfernsehen)

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