Unser e.V. - Neue Chemnitzer Kunsthütte

Unser e.V. – Neue Chemnitzer Kunsthütte

In Deutschland existiert eine weltweit einmalige Landschaft von über 250 Kunstvereinen, die sich der Vermittlung zeitgenössischer Kunst verschrieben haben. Wir stellen Ihnen jede Woche einen neuen Kunstverein vor. Diesmal: zehn Fragen an Mathias Lindner, den künstlerischen Leiter der Neuen Chemnitzer Kunsthütte.
Deutschlands Kunstvereine:Zehn Fragen an die Neue Chemnitzer Kunsthütte

Innenansicht des Temporary Museum of Modern Marx, begehbare Einhausung des Marx-Monuments in Chemnitz, Sommer 2008

Herr Lindner, über welche Ausstellung wurde am meisten gestritten? Und warum?

Mathias Lindner: Über das Temporary Museum of Modern Marx, ein Projekt im Stadtraum von Chemnitz in diesem Sommer, das sich dem historisch heiklen Ort des Marx-Kopfes widmete. Hier trafen die unterschiedlichsten Sichten auf die letzte Vergangenheit mit Fragen nach einer zukünftigen Stadtgestalt zusammen.

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Und welches war Ihre bestbesuchte Ausstellung?

Von den klassischen Galerieausstellungen die Personalausstellung des Dresdner Malers Peter Graf zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2007. Da hatten wir 6000 Besucher.

Wenn Sie eine eigene Sammlung haben: Wo liegt der Schwerpunkt?

Schwerpunkt und selbst gewählte Sammelaufgabe ist die zeitgenössische Kunst aus Sachsen. Berücksichtigt werden dabei alle Genres und Medien. Traditionell ist Sachsen allerdings ein Zentrum der Druckgrafik und der Malerei, was auch im Sammlungsbestand zu erkennen ist.

Welche Künstler würden Sie gerne einmal ausstellen?

Die Sie im nächsten Jahr bei uns zu sehen bekommen.

Wohin führte Sie die letzte gemeinsame Reise?

Zur letzten Documenta.

Was war die bislang höchste Spende?

20 000 Euro – ein seltener Glücksfall.

Was würden Sie Ihrem Verein generell wünschen?

Eine stabilere finanzielle und damit personelle Basis. Auch sollte er deutlich mehr Mitglieder bekommen, vor allem jüngere. Schön wäre eine stärkere programmatische Interessenartikulation durch den Verein, also weg vom Direktorenverein.

Wenn Sie kein Kunstverein wären, was für ein Verein wären Sie dann?

Kein Verein.

Wo sehen Sie den Verein in den nächsten zehn Jahren?

Wir werden die zentrale Anlaufstelle für die sächsische Kunstgeschichte nach 1945 sein, sichtbar und erforschbar über wechselnde Ausstellungen, die Sammlung, umfangreiche Archive, eigene Recherchen, die Verwaltung von Nachlässen, über Zeitzeugnisse und die umfangreiche Bibliothek. Der Verein ist auf dem besten Wege, mit vielen Projekten zur städtischen Situation und Entwicklung seine Position als anerkannter Gesprächspartner jenseits der Museumsräume zu festigen. Ich hoffe, wir werden hier ein starkes Bindeglied für Kommunikation über die engen Grenzen des Kunstpublikums hinaus.

Drei Gründe, bei Ihnen Mitglied zu werden?

1) Wir sind am Puls der Stadt. 2) Sie lernen ständig neue Kunst kennen. 3) Sie können sich einbringen.

Zahlen, bitte: Gründungsjahr: 1990. Leitung: Mathias Lindner. Mitgliederzahl: 200. Altersdurchschnitt: Nicht bekannt. Jahresbeitrag: 30 Euro. Ausstellungsfläche: 700 Quadratmeter Wechselausstellungsfläche, 400 Quadratmeter Sammlungspräsentation. Jahresbudget: 60 000 Euro. Nächste Ausstellung: "Ever – Present – Past": Willie Anne Wright, Craig J. Barber, Edward Levinson – drei Positionen internationaler Camera-Obscura-Fotografie

"100 Sächsische Grafiken"

Wettbewerbsausstellung unter dem Thema "Blätter im Letterndickicht". Termin: bis 16. November 2008, Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V., Moritzstraße 20, Chemnitz. Im Grafikwettbewerb ging es darum, sich qualitativ mit dem Informationsträger Schrift im Bild auseinanderzusetzen und verbindende Gestaltungsmöglichkeiten zu finden.
http://www.kunsthuette.de/