Unser e.V. - Künstlerhaus Bremen

Unser e.V. – Künstlerhaus Bremen

In unserer Serie "Unser e.V." stellen wir Ihnen jede Woche einen neuen Kunstverein vor. Diesmal: zehn Fragen an Stefanie Böttcher, Leiterin des Künstlerhauses Bremen.
Deutschlands Kunstvereine:Zehn Fragen an das Künstlerhaus Bremen

Stella Geppert: "Bist du da?", 2007

Frau Böttcher, über welche Ausstellung wurde am meisten gestritten? Und warum?

Stefanie Böttcher: Glücklicherweise boten bisher alle Ausstellungen genügend Potenzial, um über sie zu diskutieren. Das freut mich und ich sehe dies generell als eine Stärke von Kunst an.

Und welches war Ihre bestbesuchte Ausstellung?

Das war die Ausstellung "Mutual Annihilation" der schwedischen Künstlerin Sofia Hultén.

Wenn Sie eine eigene Sammlung haben: Wo liegt der Schwerpunkt?

Wir verfügen über keine eigene Sammlung. Fast alle gezeigten Arbeiten entstehen explizit für die jeweilige Ausstellung.

Welche Künstler würden Sie gerne einmal ausstellen?

Als Künstlerische Leiterin des Vereins steht es mir ja theoretisch frei, mit jedem erdenklichen Künstler zusammenzuarbeiten. Und tatsächlich erfülle ich mir bei jeder Ausstellung einen solchen Traum. Dennoch ist das Künstlerhaus Bremen laut meinem Verständnis ein Ort, an dem internationalen, zeitgenössischen Künstlern die Möglichkeit einer ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland geboten wird. Und damit werden solch fantastische Künstler wie beispielsweise Francis Alÿs oder Mona Hatoum von vornherein ausgeschlossen - jedenfalls für eine Solo-Show.

Wohin führte Sie die letzte gemeinsame Mitgliederreise?

Sie führte uns nach Formine in Norditalien.

Was war die bislang höchste Spende?

Wir bekommen glücklicherweise regelmäßig hohe Spenden, allerdings unterschiedlichster Art. Die jüngste "Spende" bestand zweifelsohne in der Unterstützung durch mein Aufbauteam, das die Tage vor der Ausstellungseröffnung eine Nachtschicht nach der anderen eingelegt hat, bei unverminderter Konzentration und Laune.

Was würden Sie Ihrem Verein generell wünschen?

Dass er noch viele Jahre existiert, endlich die finanzielle Grundausstattung erhält, die eine kontinuierliche Arbeit eigentlich erst möglich macht, und dass er immer bekannter wird.

Wenn Sie kein Kunstverein wären, was für ein Verein wären Sie dann?

Nun ja, wir sind ja kein Kunstverein im engen Sinne. Die Organisationsstruktur ist diejenige eines Kunstvereins, ebenso der Schwerpunkt auf die Ausstellungs- und Vermittlungsarbeit. Was uns jedoch unterscheidet, ist zum einen, dass wir auch Atelierhaus sind, und zum anderen, dass sich unsere Mitglieder aus den im Hause ansässigen Künstlern, Vereinen und Betrieben rekrutieren. Also wenn wir kein Künstlerhaus wären, dann wären wir ein Kunstverein.

Wo sehen Sie den Verein in den nächsten zehn Jahren?

In zehn Jahren sollen die eben genannten Wünsche realisiert und neue Visionen entwickelt worden sein.

Drei Gründe, bei Ihnen Mitglied zu werden?

Der rege Austausch, das produktive sowie motivierende Umfeld und die qualitätvolle Arbeit auf allen Ebenen.

Gründungsjahr: 1992. Mitgliederzahl: 75. Altersdurchschnitt: 35-40 Jahre. Jahresbeitrag: 55 Euro. Ausstellungsfläche: 150 qm. Jahresbudget: 90 000 (für Ateliers und Ausstellungsraum). Leitung: Stefanie Böttcher, Waltraut Steimke (Geschäftsführung).

"Space Revised. #2 Verbleib unbekannt"

Ausstellung mit Bob Braine & Leslie C. Reed, Elín Hansdóttir, Erik Olofsen, Guido van der Werve und John Wood & Paul Harrison. Termin: bis 16. August 2009, Am Deich 68/69, Bremen
http://www.kuenstlerhausbremen.de/

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