Unser e.V. - GAK Bremen

UNSER E.V. – GESELLSCHAFT FÜR AKTUELLE KUNST BREMEN

In Deutschland existiert eine weltweit einmalige Landschaft von über 250 Kunstvereinen, die sich der Vermittlung zeitgenössischer Kunst verschrieben haben. Wir stellen Ihnen jede Woche einen neuen Kunstverein vor. Diesmal: zehn Fragen an Janneke de Vries, Direktorin der Gesellschaft für Aktuelle Kunst.

Frau De Vries, über welche Ausstellung wurde am meisten gestritten? Und warum?

Janneke de Vries: Ich bin erst seit Anfang 2008 bei der Gesellschaft für Aktuelle Kunst tätig. Das könnte ich also nur vom Hörensagen beantworten. Ich glaube aber, grundsätzlich ist es bei der GAK so, dass unsere Ausstellungen zwar durchaus kontrovers aufgenommen werden, aber dies eher in dem Sinne, dass man sie lebhaft diskutiert. Also konstruktiv, nicht destruktiv. Das zieht sich auch durch die Geschichte der GAK – etwa mit Ausstellungen wie "Do all oceans have walls" (1998), "Bin beschäftigt" (2006/2007) oder zuletzt bei Cezary Bodzianowski (2008).

Und welches war Ihre bestbesuchte Ausstellung?

Da gibt es sehr viele: Die Gruppenausstellungen "Do all oceans have walls", "Niemand ist eine Insel" oder "Bin beschäftigt" waren zum Beispiel nicht nur Diskussionsstoff, sondern auch sehr gut besucht. Oder die Einzelausstellungen von Simon Lewis oder Josephine Meckseper. Während meiner Arbeit an der GAK war es die Einzelausstellung des dänischen Künstlers FOS (2008). Allerdings sagen die Besucherzahlen erfahrungsgemäß nichts über die Nachhaltigkeit einer Ausstellung aus. Deshalb ist die Tendenz, den Erfolg einer Ausstellung an ihnen messen zu wollen, der falsche Weg.

Wenn Sie eine eigene Sammlung haben: Wo liegt der Schwerpunkt?

Wir haben keine Sammlung, aber sehr interessante Editionen und Jahresgaben, die wir deutlich unter Marktpreis zum Verkauf anbieten.

Welche Künstler würden Sie gerne einmal ausstellen?

Etliche. Aber solche Wünsche versuche ich in die Tat umzusetzen, wie etwa bei Matt Mullican im August 2009 oder Susanne Winterling im Dezember 2009.

Wohin führte Sie die letzte gemeinsame Reise?

Nach Hamburg, zu den Ausstellungen von Bojan Sarcevic im Kunstverein, von Sonja Vordermair und Geelke Gaycken im Kunstverein Harburger Bahnhof und von Florian Hüttner in der Galerie für Landschaftskunst. Die nächste Reise geht nach Siegen zu den "Blickmaschinen" und nach Düsseldorf zu Isabelle Cornaro im Kunstverein, Jorge Pardo in den K21 und "Sensational Fix" in der Kunsthalle.

Was war die bislang höchste Spende?

Wichtiger als hohe Spenden ist uns eine regelmäßige Unterstützung, auf die wir uns verlassen können. Insofern freuen wir uns auch über wiederholte, kleinere Spenden – denn auch die zeigen, dass derjenige oder diejenige unsere Arbeit schätzt und unterstützen möchte.

Was würden Sie Ihrem Verein generell wünschen?

Die Freiheit, Ausstellungen und Kataloge mit genügend Geld und mehr Konzentration auf inhaltliche Aspekte machen zu können – ohne sich bei Sponsorensuche und Überzeugungsarbeit in der Politik zerreiben zu müssen. Außerdem dieselbe städtische Anerkennung, wie die GAK sie deutschlandweit und international genießt.

Wenn Sie kein Kunstverein wären, was für ein Verein wären Sie dann?

Wir wären vielleicht kein Verein – mit zeitgenössischer Kunst würden wir aber in jedem Fall arbeiten.

Wo sehen Sie den Verein in den nächsten zehn Jahren?

Hoffentlich da, dass Frage 7 keine Zukunftsvision mehr ist.

Drei Gründe, bei Ihnen Mitglied zu werden?

Unsere interessanten Ausstellungen mit den damit verbundenen Publikationen, unsere vielfältigen Veranstaltungen, unser engagiertes Team, das eine gute Atmosphäre verbreitet und die Begeisterung für das, was wir tun, weiter trägt – und als vierter Grund der wunderbare und ganz einzigartige Blick aus unseren Räumen auf die Weser.

Gründungsjahr: 1980. Mitgliederzahl: 300. Altersdurchschnitt: etwa 45. Jahresbeitrag: 46 Euro, ermäßigt 20 Euro. Ausstellungsfläche: 450 Quadratmeter. Jahresbudget: derzeit 93 000 Euro. Leitung: Janneke de Vries. Kommende Ausstellung: "space_revised 1. Friendly Takeovers – Strategien der Raumaneignung" mit Cezary Bodzianowski, Bob Braine, Trisha Brown, Christian Haake, Guillaume Leblon, Daniel Maier-Reimer, Kathrin Mayer, Rosalind Nashashibi und Peles Empire (17. Mai bis 9. August). Das Projekt "space_revised" ist eine Ausstellungskooperation mit dem Künstlerhaus Bremen, dem Kunstverein Harburger Bahnhof und der Halle für Kunst Lüneburg.

"Kathrin Sonntag: Superkalifragilistigexpialigetik"

Termin: bis 26. April, Teerhof 21, Bremen
http://www.gak-bremen.de/

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