Ernst Ludwig Kirchner - Entdeckung

Skizzenbuch von Kirchner entdeckt

In einer französischen Privatsammlung ist ein bisher unbekanntes Skizzenbuch von Ernst Ludwig Kirchner (1880 – 1938) entdeckt worden. Am 28. Mai wird es im Kölner Kunsthaus Lempertz versteigert.
Rarität entdeckt:Lempertz versteigert Skizzenbuch Ernst Ludwig Kirchners

Eine von 95 Zeichnungen aus dem neu entdeckten Skizzenbuch: Ernst Ludwig Kirchners "In einem Café", um 1926/1927

Das Kunsthaus Lempertz entdeckte die Rarität. Es handelt sich um ein schwarzes Wachstuchheft mit 90 Blättern beziehungsweise 180 Seiten, sowie einem lose beiliegenden Blatt auf festem, weißem Papier mit abgerundeten Ecken und Rotschnitt im Format 21,6 x 17,6 cm. Das Skizzenbuch entstand zwischen 1921 und 1923/25.

Enthalten sind 95 Skizzen von Kirchner in verschiedenen Techniken sowie ein Briefentwurf in schwarzer Tinte. Die zahlreichen Zeichnungen des Heftes finden teilweise im Werk Kirchners motivische Entsprechungen, sei es zu bestimmten Landschaftsgemälden, zu Radierungen, zu anderen zeichnerischen Skizzierungen und auch Fotoaufnahmen des Künstlers.

Das Buch ist bisher nicht in Gerd Preslers Werkverzeichnis der Skizzenbücher Kirchners aufgeführt, wird aber unter der Werknummer "Presler 81 A" registriert werden. Das 1996 erschienene Werkverzeichnis umfasste bisher 180 Skizzenbücher.

Kirchners Skizzenbücher sind nahezu alle in Museumsbesitz; bei der Neuentdeckung handelt sich um eines der wenigen in Privatbesitz befindlichen Exemplare. Es wird am 28. Mai im Rahmen der Auktion Moderne Kunst bei Lempertz versteigert. Der Schätzwert beträgt 40 000 bis 60 000 Euro.

Karen Bofinger

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