Munchs "Vampir" - Sotheby's

Frau mit Durst auf Blut

Das Gemälde "Vampir" des Norwegers Edvard Munch wird im November bei Sotheby's in New York versteigert.

In Büchern oder Filmen sind es meistens männliche Vampire, die sich am Blut schöner Jungfrauen laben. Im Gemälde "Vampir" von Edvard Munch (1863 bis 1944) ist es offensichtlich eine Frau, die einen schwer gebeugten Mann fast liebevoll in den Armen hält – und ihm den Lebenssaft aussaugt. Dieses außergewöhnliche Werk steht am 3. November im Mittelpunkt der Auktion "Impressionismus und Moderne Kunst" von Sotheby’s in New York und soll 35 Millionen Dollar (23,8 Millionen Euro) bringen.

Zwischen 1893 und 1894 hat Munch vier Ölgemälde mit dem Vampir-Motiv gemalt. Drei davon befinden sich in Museen in Oslo und Göteborg, eines wurde 1903 an den Sammler John Anker verkauft, 1934 gelangte es in eine Privatsammlung – seit über 70 Jahren war es nicht mehr öffentlich zu sehen. Munch hatte das Gemälde zunächst "Liebe und Schmerz" genannt und es als eine Meditation über das Thema Liebe verstanden. Das Motiv gehörte zu dem "Fries des Lebens" aus dem Jahr 1890. Dazu zählen auch „Der Schrei“ und „Madonnna“.

Adolf Paul, ein bekannter Munchs, berichtet über die Entstehung des "Vampir"-Gemäldes: Er sei eines Tages im Atelier des Freundes zu Besuch gewesen, wo eine Frau mit flammend roten Haaren, die ihr über die Schultern fielen "wie geronnenes Blut", dem Maler Modell saß. "Knie dich vor ihr nieder" befahl der Künstler seinem Freund, der tat, wie ihm befohlen. "Sie beugte sich über mich und presste ihre Lippen auf meinen Nacken", erinnert sich Adolf Paul, "ihr rotes Haar floss über mich. Munch begann zu malen, und binnen kurzem hatte er den Vampir vollendet."

Auktion bei Sotheby's

Auktion: 3. November bei Sotheby's in New York. Vorbesichtigung: Sotheby's London 3. bis 7. Oktober; The Moscow Museum of Modern Art 16. bis 19. Oktober: Sotheby's New York 29. Oktober bis 3. November
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