Frühjahrsauktionen - New York

Bemerkenswerte Künstler

Bei den Auktionen der Impressionisten und der Klassischen Moderne sorgten millionenschwere Äpfel, Rapper und Madonna für Furore.

Es war ein Auftakt, der sich sehen lassen konnte: 230 Millionen Dollar spielte Sotheby’s am ersten New Yorker Auktionsabend mit der Versteigerung von Impressionisten und moderner Kunst ein – auch wenn sich der Abend streckenweise zäh in die Länge zog und die Versteigerung wie harte Arbeit für Chefauktionator Tobias Meier wirkte.

Zu den Toplosen unter den 71 Werken, auf die Sammler aus 35 Ländern boten, zählten: Paul Cézannes Äpfel "Les Pommes" (1889/90) für 41,6 Millionen Dollar, Georges Braques "Paysage à la Ciotat" (1907) für 15,8 Millionen Dollar, ein neuer Rekord für Georges Braques, die Skulptur "Le Penseur, Taille de la Porte dit Moyen modèle" von Auguste Rodin für 15,3 Millionen Dollar und Amedeo Modiglianis Porträt einer High-Society-Lady ("L`Amazone") für 25,9 Millionen Dollar. Vier Bieter stritten sich um "Trois Femmes à la Table Rouge" von Fernand Léger, das bis vor kurzem im Schlafzimmer von Madonna gehangen hatte und das der Popstar 1990 für 3,4 Millionen Dollar von Sotheby’s gekauft hatte. Es ging für 7,1 Millionen Dollar unter den Hammer. Das Geld soll in Madonnas Bildungsprojekt für junge Frauen in Asien und im Mittleren Osten fließen.

Am interessantesten an der Versteigerung waren zwei der Auktionsgäste: Der New Yorker Rapper LL Cool J hatte in einer der Glasboxen oberhalb des Auktionsraumes Platz genommen hatte. Es blieb jedoch unklar, ob und was LL Cool J (sein Name steht für Ladies Love Cool James) einkaufte und ob etwas an der Gerüchten dran war, dass er der Bieter für ein Werk von Picasso für 9,6 Millionen Dollar war. Noch mehr Aufmerksamkeit als dem Rapper galt Helly Nahmad, dem 34-jährigen Spross einer bekannten Kunsthändlerfamilie. Wie gehabt hatte Nahmad in der ersten Reihe neben seinem Bruder Joseph Platz genommen. Mit dem Bieten hielt sich der Milliardärssohn an diesem Abend jedoch zurück. Gegen Nahmad wird ermittelt, er soll eine führende Rolle in einem illegalen Glücksspiel- und Geldwäschering mit Verbindungen zur russischen Mafia gespielt haben und ist gegen eine Kaution von zehn Millionen Dollar auf freiem Fuß.

30 unterschiedliche Nationen verhalfen Christie´s am nächsten Abend zu einem Ergebnis von 158 Millionen Dollar. Toplos war Chaïm Soutines Bäcker-Junge "Le petit pâtissier" für 18 Millionen Dollar, ein Rekord für den französischen Künstler. Bis auf drei Werke gingen alle 49 Arbeiten weg, angeführt von Marc Chagalls "Les trois acrobats" von 1926 für 13 Millionen Dollar und Egon Schieles "Selbstbildnis mit Modell (Fragment)" von 1913 für 11,3 Millionen Dollar. Die restlichen Top-Ten-Plätze teilten sich Pablo Picasso, Amedeo Modigliani und Claude Monet.