Jean-Michel Basquiat - Versteigerung

Eine Heizung von Basquiat

Jean-Michel Basquiats Schwestern wachen über den Nachlass ihres berühmten Bruders und stoppten bis auf weiteres eine Online-Auktion mit Arbeiten aus der Sammlung von Alexis Adler bei Christie’s.

Die beiden Schwestern des Künstlers Jeanine Basquiat Heriveaux und Lisane Basquiat zweifeln bei dem Großteil der angebotenen Objekte aus der Sammlung von Alexis Adler die Authentizität. Die meisten tragen laut Christie’s angeblich die Handschrift von Jean-Michel Basquiat, was die Schwestern, die das Auktionshaus auf eine Million Dollar verklagten, aber bestreiten.

Bei den rund 40 Objekten handelt es sich um Erinnerungsstücke der New Yorker Biowissenschaftlerin Alexis Adler, die von 1979 bis 1980 mit dem Künstler zusammengelebt hatte. Basquiat war aus der Schule geflogen und schlief bei Freunden auf der Couch, als die 22-jährige Adler ihn traf. Die beiden mieteten sich ein Apartment in einem heruntergekommenen Gebäude auf der 12th Street im damals noch wilden East Village. Basquiat zog mit ein paar Pinseln und Farben ein. Er bemalte nicht nur die Wände, Türen und Schränke, sondern T-Shirts oder einen goldenen Mantel, den sich Adler auf dem Flohmarkt gekauft hatte. Die beiden lebten ein Jahr lang zusammen und feierten sich durch die Nächte in Downtown Manhattan.

1988 starb Basquiat im Alter von nur 27 Jahren an einer Überdosis Rauschgift. Alexis Adler heiratete, hatte zwei Kinder und ließ sich scheiden. Aber das Apartment auf der 12th Street verließ sie nicht. Und sie beseitigte auch nicht die Spuren von Basquiats einjährigem Aufenthalt. 35 Jahre später aber empfand die inzwischen 57-jährige Adler den Basquiat-Nachlass als wertvolle Last, die sie der Welt nicht länger vorenthalten wollte. Dazu zählen bemalte Sweatshirts, Collagen und ein mit Texten und Zeichnungen gefüllter Notizblock.

Christie’s Online-Auktion richtete sich an all die Sammler, die sich einen "richtigen" Basquiat nicht leisten können, und war auf eine Dauer von zwei Wochen angesetzt. Zum Auftakt hatte das Auktionshaus bei den "First Open"-Sales im März eine Wandmalererei aus Adlers Apartment für 569 000 Dollar und eine Tür mit der Aufschrift "Famous Negro Athletes" für 773 000 Dollar versteigert. Beide zählten zu den sechs Objekten, die in der Vergangenheit Basquiats Authentifizierungskomitee, das 2012 aufgelöst wurde, als echt erklärt hatte. Bei dem Rest handele es sich um Fälschungen und das Auktionshaus erwecke den Eindruck, dass es den Segen der Nachlassverwaltung hätte, so die Basquiat-Schwestern. Darunter auch das Top-Los: ein mit dem Wort "Milk" beschrifteter Heizkörper. Zwei bis drei Millionen Dollar sollten mit dem Online-Verkauf gemacht werden. In der Auktionswelt ist es nicht mehr als ein Taschengeld. Vergangenes Jahr war mit Basquiats Bild "Dustheads" ein Rekord von 48,8 Millionen Dollar erzielt worden.