Art Advice - Düsseldorf

Kompass im Kunstdickicht

Der neue Art Advice der Berenberg Bank will zahlungskräftige Kunden in die Kunstwelt einführen und über Preise aufklären
"Mehr Transparenz":Der Art Advice der Berenberg Bank

Ratgeber im Kunst-Dschungel: die Geschäftsführung der Berenberg Art Advice: Raymund Scheffler, Dr. Stefan Horsthemke und Helge Achenbach (v.l.).

"Knapp 46 Milliarden Euro wurden letztes Jahr weltweit in Kunst umgesetzt." Helge Achenbach, Gründer des erfolgreichsten deutschen Art Consulting Unternehmens, beziffert so das trotz oder gerade wegen der Finanzkrisen anhaltende Investionsinteresse in Kunst. Tatsächlich ist der globalisierte Kunstmarkt derart gewachsen, dass selbst Experten schwer über die zahlreichen Verästelungen den Überblick behalten können. Um so verwirrender dürfte es für den Einsteiger sein, sich im Dickicht zu orientieren, zumal das System aus Messen, Auktionen, Galerien und begehrten Kunstobjekten auch gewissen Ritualen unterliegt. An dieser Markt- und Wissenslücke setzt die unter dem Dach der Berenberg Privatbank erst Sommer letzten Jahres gegründete Tochtergesellschaft Berenberg Art Advice an: "Wir sorgen für mehr Transparenz!", lautet die Devise.

Als Geschäftsführer fungiert ein Trio: Neben Helge Achenbach und Raymund Scheffler, dem Düsseldorfer Niederlassungsleiter der Berenberg Bank, ist Stefan Horsthemke mit im Boot. Horsthemke, ehemaliger Managing Director der Axa Art Kunstversicherung, kennt viele Privatsammlungen bestens. "Wir nehmen einen Kunden an die Hand, führen ihn behutsam in die Kunstwelt ein, klären über Preise auf und garantieren Qualität", sagt Horsthemke. Auf der Frieze hatte die neue Kunstallianz ihre ersten öffentlichen Auftritt – im Vierstundentakt spazierten sie mit Klienten über die Londoner Messe.

Achenbach erklärt: "Wir verstehen unsere Dienstleistung als eine Art Kompass-System, so dass der Kunde eine Übersicht bekommt, die er nicht erhalten würde, wenn er von sich aus einsteigt. Wir haben auf der Frieze aber auch seitens der Galeristen ein großes Welcome erlebt." Über eines sollte der beratungsoffene und anlagebereite Kunstliebhaber verfügen: einen Jahresetat von mindestens 100 000 Euro. Versteht sich, das man bei Berenberg Art Advice im Gegenzug entsprechend individuell, um nicht zu sagen elitär behandelt wird. "Diskretion ist unsere oberste Maxime", betont das Trio, das sich gerne mit den Mantel- und Degenhelden der "Drei Musketiere" vergleicht.

Der Art Advice will ganze Familien, Sammlerdynastien ansprechen. Also nicht nur den vermögenden Ästheten, der sein Domizil mit zeitgenössischer Kunst, Klassischer Moderne, Alten Meistern oder Designtrophäen auszustatten sucht. Scheffler führt aus: "Viele Familien und Unternehmer sind dabei, ihr Vermögen in die nächste Generation zu überführen. Wir haben Kunden zwischen 40 und 50, die sehr viel Geld auf dem Konto haben und grundsätzlich offen sind, dieses in Kunst zu investieren." Als kapitalsichere Faustregel gelte, nicht mehr als fünf Prozent seines Vermögens in Kunst zu stecken. Auch bei der Veräußerung ganzer Kunstsammlungen und Erbschaftssteuern will der Art Advice zur Seite stehen. Gerade weil gute Qualität auf dem Secondary Market rar geworden ist, verspricht der neue Düsseldorfer Art Advice für Kunst höchster Qualität zu sorgen. Vielfach, bevor diese überhaupt im Auktionsgeschäft landen.

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