Auktion - Sotheby’s London

Klimt, Giacometti und Sammlung Lenz

Das Londoner Auktionshaus Sotheby’s versteigert am 3. Februar 2010 ein bedeutendes Landschaftsbild von Gustav Klimt. Auch eine Skulptur von Alberto Giacometti und die Sammlung von Anna und Gerhard Lenz gelten als Höhepunkte.

Das Bild "Kirche in Cassone (Landschaft mit Zypressen)" (1913), der Schätzwert beträgt zwölf bis 18 Millionen Pfund, geht auf einen Urlaub zurück, den Klimt im Sommer 1913 mit seiner damaligen Geliebten und Muse Emilie Flöge am Gardasee verbrachte. Das Werk befand sich ursprünglich in der Sammlung des Wiener Industriellen und Mäzens Viktor Zuckerkandl und seiner Frau Paula, die es direkt von dem Künstler kauften. Das Ehepaar war einer von Klimts wichtigsten Förderern. Während der Nazizeit verliert sich die Spur des Bildes, nachdem es nach dem Tod des Sammlerpaars 1927 zunächst in den Besitz von Viktors Schwester Amalie Redlich übergegangen war. Erst Jahrzehnte später tauchte es in einer Privatsammlung wieder auf. Der gegenwärtige Besitzer, ein europäischer Sammler, der es nach Angaben des Auktionshauses in gutem Glauben gekauft hatte, verständigte sich mit dem Erben, dem 81-jährigen Großneffen von Frau Redlich, das Werk zu versteigern.

Ein weiteres Toplos der Auktion bei Sotheby’s ist eine monumentale Skulptur von Alberto Giacometti, die ebenfalls auf 12 bis 18 Millionen Pfund geschätzt wird. "L’homme qui marche I", die lebensgroße Darstellung eines Gehenden, entstand 1956 für ein Projekt im Öffentlichen Raum in New York und befand sich bis zum letzten Jahr in der Sammlung der Dresdner Bank. Nach dem Verkauf der Bank an die Commerzbank ging sie in deren Besitz über. Der Erlös des Verkaufs soll den Stiftungen der Commerzbank zugute kommen sowie zur Unterstützung von Museen verwendet werden.

Große Aufmerksamkeit richtet sich auch auf die Versteigerung von 49 Werken aus der Sammlung Lenz Schönberg bei der Auktion Zeitgenösssischer Kunst von Sotheby's am 10. Februar. Über 50 Jahre sammelte das Ehepaar Anna und Gerhard Lenz zeitgenössische Kunst, hauptsächlich von Künstlern, die der wegweisenden Gruppe Zero nahestanden. Unter den 49 Losen befinden sich wichtige Arbeiten von Günther Uecker, Roman Opalka, Yves Klein und Lucio Fontana.

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