Artissima - Turin

Die Mutter des Fluxus

Eine Rekordzahl von Besuchern sah die Artissima 2013 und entdeckte in Vergessenheit geratene Künstler.
"Die Mutter des Fluxus":Die Artissima entdeckt vergessene Künstler

50 000 Besucher kamen zur Artissima nach Turin. Vielversprechende Nachwuchskünstler wurden in der Sektion "Present Future" gezeigt

Zum 20. Mal fand in Turin die Kunstmesse Artissima statt. 190 Galeristen, 18 mehr als im Vorjahr, reisten an. 60 Prozent der Aussteller kamen aus dem Ausland.

Die Messe ging mit einer Rekordzahl von über 50 000 Besuchern zu Ende. Artissima ist nicht nur Italiens wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst, sondern gehört mittlerweile zu den bedeutendsten Messen weltweit. Großes Verdienst an dem Erfolg hat die Triestiner Kuratorin Sarah Cosulich Canarutto, die 2012 die Leitung übernommen hatte. Allein 200 Sammler waren ihrer Einladung nach Turin gefolgt. Viele von ihnen, aus Ländern wie Brasilien, Indonesien und Saudi-Arabien, besuchten zum ersten Mal die Artissima. Rund 900 Künstler hatten ihren Auftritt auf der Messe.

Die traditionelle Einteilung in vier Bereiche wurde auch in diesem Jahr beibehalten. Neben den traditionellen Messeständen der Main Section, den jungen Galerien der "New Entries” und den vielversprechenden Nachwuchskünstlern der Abteilung "Present Future”, erfreut sich die Sektion "Back to the Future” wachsender Beliebtheit. 30 Galerien hatten sich hier Kojen gesichert, um an in Vergessenheit geratene Klassiker der sechziger bis achtziger Jahre mit einer Einzelschau zu erinnern. Fünf von ihnen kamen aus Berlin. Unter ihnen zeigte die Galerie 401contemporary als einzige eine deutsche Künstlerin, die als "Mutter des Fluxus” bezeichnete Mary Bauermeister. Sie hatt mit Konzerten und Ausstellungen in ihrem Atelier in den sechziger Jahren die Kölner Kunstszene belebt.

Unter den "New Entries” wurde die Galerie "Antoine Levi” (Paris) "wegen ihrer besonderen Frische und Energie” mit dem mit 5000 Euro dotierten Guido-Carbone-Preis ausgezeichnet. Den Preis der Stiftung ”Ettore Fico” erhielt der aus dem Kosovo stammende Petrit Halilaj, den die Berliner Galerie Chert vertritt.

Den Illy-caffè-Preis erhielt die Französin Caroline Achaintre (Gallery Arcade, London) gemeinsam mit der türkischen Künstlerin Fatma Bucak (Galerie Alberto Peola, Turin). Die Turiner Sparkasse kaufte für 600 000 Euro Werke von Wolfgang Laib, Valie Export, Ulay, Francesco Gennari und Daldo Moriyama. Auch in diesem Jahr gab es wieder ein reiches Kulturprogramm in der Stadt. Mit dem Ausstellungsprojekt "One Turin” wurden fünf Ausstellungen in den wichtigsten Kunsthäusern der Stadt, wie der Städtischen Galerie für Moderne Kunst und der Stiftung Sandretto, vereint. In vier Tagen kamen 18 000 Besucher. Die Ausstellungen bleiben bis zum 12. Januar 2014 geöffnet.

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