Art Forum - Berlin

Flanier-Forum Berlin

Der Berliner Architekt Roger Bundschuh gestaltete die "Freestyle"-Halle des "Art Forum Berlin" zu einer Flaniermeile um. Revolutioniert er damit die stereotypische Messearchitektur?
Ausstellungsflair statt Marktstandcharakter:Revolutioniert Bundschuh die Messe?

"Heterarchie" nennt Roger Bundschuh sein neues Konzept für die Berliner Messehalle

Wie überdimensionale Dominosteine sind sie aufgestellt, in zwei langen Reihen mit gleichem Abstand hintereinander. Beim diesjährigen Art Forum (31. Oktober bis 3. November) können die Besucher schlangenlinienförmig um die Stellwände der Freestyle-Galerien schlendern.

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Strecken Teaser

Die Kojen sind von allen Seiten einsehbar (außer vor Notausgängen). "Heterarchie" nennt Roger Bundschuh sein neues Konzept für die Halle 11.2., in der erstmals 25 Freestyle-Galerien wie art Agents aus Hamburg, Michael Sevenson aus Kapstadt und Jette Rudolph aus Berlin zusammengefasst sind. Der Berliner Architekt, der auch die Ausstellungshallen des Hamburger Sammlers Harald Falckenberg plante, will Hierarchien auflösen: Mehr Ausstellungsflair statt Marktstandcharakter heißt die Devise. "Und was machen wir ohne Rückwand?", fragten viele Galeristen.

Als solche dienen die verkleideten Seitenwände des Gebäudes, auf denen zweidimensionale Arbeiten hängen werden. Der breite Mittelgang wird zur Lounge-Meile: Besucher können in riesigen Sitzsäcken pausieren und beim Kaffeetrinken rechts und links in die Kojen blicken. Eine Spiegelfolienarbeit von Heimo Zobernig auf der Rückwand vergrößert den Raum ins Unendliche.

Die Sonderausstellung "difference, what difference?" hingegen bekommt erstmals keine eigene Halle. Die Exponate sind in die Hauptausstellung "hineingewoben", erklärt Hans-Jürgen Hafner, Kurator der Schau, die Fragen nach Wert und Bedeutung von Kunst nachspürt. "Sie werden in den Kojen der beteiligten Galerien gezeigt." Und die waren bereit, doppelt zu zahlen: für den Stand und für ihre Sonderposition.

Wer diese sucht, muss nach einer kleinen, schwarzen Box Ausschau halten, dem Symbol, entworfen von dem Künstler Nadim Vardag, das die Werke kennzeichnet. Zusammengefasst sind alle Arbeiten im eigenen Katalog der Sonderschau. Das neuartige Konzept hat übrigens noch einen positiven Aspekt: Die Galeristen liefern sich keine Ringkämpfe mehr um den Platz für die Werke "ihrer" Künstler in der Sonderausstellung. Denn die hängen ja bereits auf dem eigenen Stand.

"Art Forum Berlin 2008"

Termin: 31. Oktober bis 3. November, Messegelände Berlin.
http://www1.messe-berlin.de/vip8_1/website/MesseBerlin/htdocs/art-forum-berlin/index_d.html

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