Frieze - London

Mehr Platz und weniger Masse

Die Londoner Frieze gibt verstärkt jungen Galerien eine Chance und reduziert die Teilnehmerzahl. Die Konkurrenz schläft nicht: Eine neue Messe für afrikanische Kunst eröffnet zum ersten Mal.
Frieze verschärft den Fokus:die Frieze präsentiert sich konzentrierter

Trotz starker Konkurrenz ist die Frieze immer noch die wichtigste europäische Herbstmesse: Besucher der Frieze 2012

Wir werden die Latte etwas höher hängen", erklärten die Frieze-Gründer Amanda Sharp und Matthew Slotover schon im Vorfeld der renommierten Kunstmesse.

Die beiden wollen ihre Erfahrungen, die sie im vergangenen Jahr mit der Eröffnung von Frieze New York und Frieze Masters gemacht haben, auch in London einbringen. So haben sie das Innere des weißen Zelts im Regent’s Park neu gestalten lassen. Breitere Korridore zwischen den Kojen sollen für mehr Weitläufigkeit sorgen und das Kunstbetrachten angenehmer machen. Zudem schrumpft die Zahl der teilnehmenden Galerien von über 170 auf rund 150 zusammen. Einer der Neuzugänge in diesem Jahr ist Max Hetzler aus Berlin.

Einen neuen jungen Akzent erhält die Hauptmesse durch den Bereich "Frame", wo Galerien, die nicht älter als sechs Jahre alt sind, auf Einladung eines Kuratorenteams Einzelausstellungen zeigen. Zum zweiten Mal findet zudem die Abteilung "Focus" statt. Dort dürfen die Galerien nicht älter als zehn Jahre sein und stellen eigens für die Messe gestaltete Projekte vor. Der Erfolg der Frieze Masters,
die 2012 in einem benachbarten Zelt ihren Premierenauftritt hatte, überraschte viele Marktkenner. Denn nicht immer funktionierte das Nebeneinander von Altmeistern und Kunst der Klassischen Moderne, doch zog es eine neue Gruppe von Sammlern an. Das soll sich dieses Jahr wiederholen.
Verschiedene Gegenmessen wie "The Other Art Fair" in einer ehemaligen Brauerei im East End versuchen vom Besucherstrom zu profitieren. Neu in diesem Jahr ist "1:54", eine Messe, die Kunst aus Afrika vorstellt. Gründerin Touria El Glaoui, die Tochter des marokkanischen Künstlers Hassan El Glaoui, hat den in Tansania geborenen Architekturstar David Adjaye beauftragt, den Westflügel von Somerset House zu einem Messegelände umzugestalten.

Vor Jahren schon verlegten die großen Auktionshäuser ihre Herbstauktionen zeitgenössischer Kunst in die Frieze-Woche. Von besonderem Interesse ist dieses Mal die Versteigerung einer Gruppe großformatiger Skulpturen von Künstlern wie Tracey Emin und Isa Genzken, die Sammler Charles Saatchi bei Christie’s eingeliefert hat.

Frieze London

17. bis 20. Oktober 2013
Regent's Park
http://www.friezelondon.com