Highlights - Art Cologne

Ein Hase weiss, wie’s läuft

Die 48. Art Cologne bietet großartige Kunst im Überfluss. Wir stellen fünf Höhepunkte aus dem Programm der über 200 teilnehmenden Galerien vor.
Ihr Weg durch den Messedschungel:fünf Highlights der Art Cologne

Eingangsbereich der Messe mit der Wallpaper-Arbeit von Ai Weiwei

David Zwirner

Gleich am Eingang der Halle 11 formt Messeleiter Daniel Hug die Stände von Großgalerien wie Zwirner, Ropac, Werner und Hauser & Wirth zu einem Bermudadreieck, in dem man sich nur allzu leicht verlieren kann.

David Zwirner hat auf dem Weg von New York nach Köln eine brandneue abstrakte Fotoarbeit bei Thomas Ruff abgeholt und wirbt mit Martin Kippenbergers "Mephisto Millowitsch" für seine nächste Ausstellung über Köln in den Jahren zwischen 1984 und 1989. Sie heißt "No Problem", was die aus der Provinzialität geborene Weltläufigkeit der großen Kölner Kunstzeit perfekt umschreibt. (Halle 11.2 Stand A11)

Gert und Uwe Tobias

Die Berliner Galerie Contemporary Fine Arts ist nach Jahren der Abwesenheit wieder auf der Art Cologne vertreten und setzt mit ihrem Auftritt (beinahe) alles auf eine Karte – die man in Köln aber bestens kennt. Sie zeigt die neueste Serie großformatiger Farbholzschnitte von Gert und Uwe Tobias, in der die Brüder Volkstümliches aus aller Welt mit Bildmotiven der klassischen Malerei zu grandiosen, düster-lockenden Todesahnungen verschneiden. Die Auflage pro Holzschnitt beträgt lediglich zwei Stück, gewissermaßen von jedem Bruder eins. (Halle 11.3 Stand D28)

"Die Angst des Hasen"

Franz Marcs gleichnamiges Gemälde von 1912 ist nicht nur das mit 9,4 Millionen Euro am teuersten gehandelte Kunstwerk der Messe, sondern auch eines der Schönsten. Der titelgebende Hase duckt sich erfolgreich unter der durch dynamische Farbmuster betonten Bedrohung eines Jagdhunds weg, offenbar braucht diesem Langohr niemand mehr die Kunst zu erklären. Mit dem Werk feiert die Münchner Galerie Thomas ihr 50-jähriges Bestehen. (Halle 11.2 Stand B38)

Thomas Zander

Am Stand des Kölner Galeristen schaut gerade Candida Höfer nach dem Rechten und ist offenkundig ganz zufrieden. Höfers großformatiges Bibliotheksbild passt so wunderbar zu Hanne Darbovens Archivarbeiten wie Ed Ruschas Luftbilder von "Parking Lots" (1967) zu Mike Mandels Fotoserie "People in Cars" (1970). Im Grunde dürfte Zander seinen Stand nur komplett abgegeben, derart perfekt aufeinander abgestimmt werden die durchweg hochklassigen Werke hier präsentiert. (Halle 11.2 Stand B10)

Rosemarie Schwarzwälder

Es grenzt fast an ein Wunder, dass sich der Bundesverband Deutscher Galeristen jedes Jahr auf einen Art-Cologne-Preisträger einigen kann. Vergleichsweise leicht dürfte die Entscheidung für Rosemarie Schwarzwälder gefallen sein, unter deren Leitung sich die Wiener Galerie nächst St. Stephan zu einer Institution entwickelt hat. Auf der Art Cologne zeigt sie Imi Knoebel, Karin Sander und eine große Arbeit von Katharina Grosse, aber irgendwie ist Schwarzwälder dieses Mal auch selbst ein bisschen Ausstellungsstück. (Halle 11.3 Stand B20)

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