Kunstmessen - München

Gut geschäftet

In München zeigte sich die traditionelle "Kunst-Messe München" einem breiteren und die exklusive Verkaufsschau "Munich Highlights" einem internationalerem Publikum. Beide Veranstaltungen lieferten keine exorbitanten Ergebnisse - dennoch wurde mit Verkäufen von Radierungen von Miró, einer Dix-Lithografie und Aquarellen von Serge Poliakoff und Lovis Corinth "gut geschäftet", wie es der Schweizer Antikenspezialist Jean-David Cahn auf den Punkt brachte
Bilanz:Solide Erlöse bei Münchner Kunstmessen

Besucher der "Kunst-Messe München" bewundern die Exponate

Mal parallel oder wie jüngst zeitversetzt: Vier Jahre währt schon das Nebeneinander der „Munich Highligts“, der kleinen, aber exklusiven Messe mitten in der Stadt, und der „Kunst-Messe München“, der traditionellen Verkaufsschau auf dem Messegelände in Riem. Manch einer pokert mit wechselnden Allianzen: Gertrud Rudigier, Expertin für Renaissance-Kunst, entschloss sich in diesem Jahr wieder zu einer Koje in Riem, ebenso die Salzburger Händler Salis & Vértes, spezialisiert auf Klassische Moderne. Zwei Jahre lang hatten sie sich den Kollegen, durchweg Tefaf (The European Fine Art Foundation)-Aussteller, in den prächtigen Räumen des Altmeisterhändlers Konrad Bernheimer angeschlossen. „Das war für uns aber kein Erfolg“, kommentiert Philippe David von Salis & Vertes den Sprung zurück auf das Messegelände.
Die traditionelle Messe spricht ein breiteres, dafür weniger internationales Publikum an, was mancher Galerist beklagt. Dennoch halten viele Händler der langjährigen Schau die Treue. Für die Münchner Silberhändlerin Helga Matzke war hingegen der Schritt zu den „Munich Highlights“ eine leichte Entscheidung: „München braucht eine Messe als Event“, und sie meint damit vor allem ein festlicheres, exklusiveres Ambiente, als es die Messestadt hergibt.
Und die Geschäfte? Auffallend mehr ausländische Besucher als in den Jahren davor begrüßten die Kollegen der „Munich Highlights“, von denen Heribert Tenscherts Kabinett mit kostbarsten Handschriften und Stundenbüchern sowie Georg Laues Kunstkammer herausstachen. Arnoldi-Livie verkaufte die Idylle einer römischen Landschaft von Hans von Marées einem Sammler. Er will die Rötelzeichnung dem Louvre stiften.
Trotz geringerer Besucherzahlen auf der „Kunst-Messe München“ sind vor allem die Antikenhändler Jean-David Cahn aus Basel und Numisart aus München sehr zufrieden. Cahn konnte acht seiner Spitzenstücke im Wert von bis zu 140 000 Euro umsetzen. Sehr gute Verkäufe auch bei einigen Händler der Klassischen Moderne: Achim Hagemeier aus Frankfurt bilanziert Umsätze im sechsstelligen Bereich, darunter zwei Miró-Radierungen und eine Lithografie von Otto Dix. Ein Highlight der Galerie Français, ein Aquarell von Serge Poliakoff, fand für über 300 000 Euro einen neuen Besitzer und Thole Rotermund aus Hamburg verkaufte ein Landschaftsaquarell von Lovis Corinth an ein staatliches Museum in Süddeutschland. Ordentliche Umsätze auch bei den Händlern der zeitgenössischen Kunst: Thomas Häusler, der gerade in München eine neue Ladengalerie bezieht, konnte mehrere Großformate des französischen Künstlers Sébastien de Ganay an den Mann bringen.
Fazit: Die Gesamtbilanz der „Münchner Messe“ ist nicht exorbitant, aber: „Es wurde gut geschäftet“, wie Jean-David Cahn, der Schweizer Antikenspezialist, sagte.