Lambrecht-Sammlung in London versteigert

Millionen für Siegen

Die Unternehmerin Barbara Lambrecht fördert in ihrer südwestfälischen Heimat Siegen Kunst, Musik und Theater. Nun lässt sie ihre private Kunstsammlung in London versteigern. Die erzielten Millionen kommen dem Museum für Gegenwartskunst in Siegen zugute.
Millionen für Siegen

Dieses Bild von Claude Monet wurde für 3,5 Mio. Euro versteigert: "Les bords de la Seine au Petit-Gennevilliers", 1874, Öl auf Leinwand, 54,2 x 73 cm

Die Versteigerung der 13 Hauptwerke aus der privaten Kunstsammlung der Mäzenin Barbara Lambrecht hat in London alle Erwartungen übertroffen. Die Gemälde - unter anderem von Claude Monet, Berthe Morisot, Auguste Renoir und Pablo Picasso - erlösten bei Christie's am Dienstagabend bereits insgesamt knapp 16 Millionen Pfund (18,6 Mio Euro) mit Aufgeld. Das war weit mehr als geschätzt. Am Mittwoch sollten weitere rund 30 Bilder aus der Sammlung der Krombacher-Gesellschafterin in London unter den Hammer kommen.

Millionen für Siegen

Toplos: "Femme et Enfant au Balcon", 1872, von Berthe Morisot

Spitzenreiter am Dienstag war das Gemälde "Femme et Enfant au Balcon" der französischen Impressionistin Berthe Morisot, das für einen Hammerpreis von 3,5 Millionen Pfund (4,1 Millionen Euro) den Besitzer wechselte. Geschätzt worden war es auf bis zu 2,0 Millionen Pfund. Das Gemälde "Les Bords de la Seine au Petit-Gennevilliers" von Claude Monet erzielte 3,0 Millionen Pfund (3,5 Mio. Euro), ein weiteres Bild von Morisot, "Femme en Noir", kam auf 1,7 Millionen Pfund (2,4 Mio. Euro) und verdoppelte damit seinen Schätzwert.

Der komplette Erlös aus dem Verkauf der Privatsammlung soll der ebenfalls von Lambrecht (82) finanzierten Sammlung im Museum für Gegenwartskunst in Siegen zugute kommen. Allein die sogenannten Hammerpreise ohne den Kundenaufschlag lagen bei den 13 Hauptwerken schon bei insgesamt fast 16 Millionen Euro.

Die Werke aus der Lambrecht-Sammlung waren allerdings nicht die teuersten bei der Abendauktion von Christie's. So wurde das Gemälde "Te Fare (La Maison)" von Paul Gauguin für umgerechnet fast 24 Millionen Euro versteigert und war damit Spitzenreiter des Abends. Das Bild "La corde sensible" von René Magritte kam auf umgerechnet fast 17 Millionen Euro. Das war laut Christie's der bisher höchste Auktionspreis für ein Magritte-Werk.

Der komplette Erlös aus dem Verkauf der Privatsammlung Lambrechts (82) soll der von ihr finanzierten Sammlung der Rubenspreisträger im Museum für Gegenwartskunst in Siegen zugute kommen. Die Geburtsstadt des Barockmalers vergibt alle fünf Jahre den angesehenen Rubenspreis für zeitgenössische Künstler. Der Träger des Museums, die Peter-Paul-Rubens Stiftung, zeigte sich "höchst erfreut über die Ergebnisse der Versteigerung". Der Erlös ermögliche nicht nur, die Sammlung für die Zukunft zu sichern. Lambrecht habe mit dem Verkauf ihrer privaten Kunstwerke "einmal mehr ihr außerordentliches mäzenatisches Engagement" für das Museum unterstrichen. Nach Angaben des Museums kann mit dem Auktionserlös "nun ein Ankaufsfonds für die Sammlung der Rubenspreisträger gesichert und die Attraktivität des Museums für das regionale und überregionale Publikum gesteigert werden".

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