Wilkinson Gallery - London

Neuer Hotspot im Londoner Galerienviertel

Das Galeristenpaar Amanda und Anthony Wilkinson haben eine maßgeschneiderte Gallery im Londoner East End eröffnet: Die Außenfassade ist rabenschwarz, aber innen erwarten den Besucher 500 qm lichtdurchflutete Ausstellungsräume. art- Korrespondent Hans Pietsch mischte sich bei der Vernissage unter die Londoner Prominenz
Neue Galerie im Londoner East End:Das Galeristenpaar Wilkinson feiert Eröffnung

Das neue Gebäude der Wilkinson Gallery in London.

Die kohlrabenschwarze Fassade sieht abweisend aus, macht aber neugierig. Vor allem ein einziges langgestrecktes Fenster im Ersten Stock über der zurückgesetzten Eingansgtür. Dahinter öffnen sich ein geräumiges Foyer und zwei lichtdurchflutete Galerieräume, auf jedem Stock einer. Mit fast 500 qm Ausstellungsfläche würde Anthony und Amanda Wilkinsons neue Galerie jedem mittleren Museum der Moderne alle Ehre machen.

Der junge Architekt Bobby Desai sollte für das Galeristenpaar zunächst ein einstöckiges Fabrikgebäude in der Vyner Street im East End umrüsten, doch dann entschied man sich, den Bau abzureissen und eine neue zweistöckige maßgeschneiderte Galerie zu bauen. Dem ostdeutschen Maler Thoralf Knobloch kommt die Ehre zu, mit seinen auf eigenen Fotos basierenden Gemälden von seltsam geisterhaften Landschaften und Stadtszenen die neue Galerie eröffnen zu dürfen. Zur Vernissage kam tout le monde, soviel Prominenz hatte die kleine Straße wohl noch nie erlebt. Und nach einem Glas und einem kurzen Blick auf die Kunst zog man in den Szeneclub Bistrotheque um, wo zu den Klängen von DJ Andrew Hale bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert wurde.


Anthony Wilkinson war 1998 einer der ersten Galeristen, der den Sprung in die Wüste von Hackney wagte. Er ließ sich einen Tante Emma Laden zu einer schicken Galerie umbauen, klein aber fein. Heute wimmelt es in dem Stadtteil des Londoner East End nur so von Galerien, auch und gerade in der Vyner Street, in der Wilkinsons neues Domizil steht. Doch möglicherweise bahnt sich ein Exodus an. Einige Galeristen befürchten, dass sich für viele Sammler der ursprüngliche Charme des heruntergekommenen Viertels allmählich abnutzen könnte. Stuart Shave etwa trägt sich mit dem Gedanken, seine einflussreiche Galerie Modern Art von der Vyner Street in die Innenstadt, in die Nähe der vulgären Einkaufsstraße Oxford Street, zu verlagern. Nach einem passenden Standort sucht er gerade. Andere Galeristen könnten folgen. Das Ehepaar Wilkinson dagegen hat zumindest für die nahe Zukunft Vertrauen in das noch immer ungeschliffene Hackney.

Mehr zum Thema im Internet