Fabergé-Ei - Rekordpreis

Mini-Huhn bricht alle Rekorde

Christie's in London versteigerte ein Schmuck-Ei des russischen Juweliers Carl Fabergé an einen anonymen Bieter für 8,98 Millionen Pfund
Bei Christie's:Juwelen-Ei brachte 12,5 Millionen Euro

Brachte 12,5 Millionen Euro: Fabergé-Ei aus dem Besitz der Familie Rothschild

Kurz vor Weihnachten macht ein Ei Furore: Das Auktionshaus Christie’s in London versteigerte ein Schmuck-Ei des legendären russischen Goldschmiedes Carl Fabergé (1846 bis 1920) – und das brach alle bisherigen Rekorde: Das Meisterwerk aus dem Besitz der Familie Rothschild erzielte mit 8,98 Millionen Pfund (12, 5 Millionen Euro) erstens den höchsten Preis für ein Stück russischen Kunsthandwerks, zweitens den höchsten je gezahlten Preis für ein Fabergé-Ei, und drittens ist das Ei eine Uhr und damit der teuerste je versteigerte Zeitmesser.

Das mit einem Uhrwerk und einem diamantbesetzten Miniaturhuhn versehene Ei war das Verlobungsgeschenk von Beatrice Ephrussi, geborene Rothschild (1864 bis 1934), an Germaine Halphen (1884 bis 1975), die spätere Ehefrau von Beatrices Bruders Baron Edouard de Rothschild (1868 bis 1949). Mit der Heirat des Paares im Jahr 1905 ging das kostbare Ei in den Familienbesitz der Rothschilds über. Es ist bisher weder fotografisch dokumentiert noch öffentlich ausgestellt worden.

Carl Fabergé wurde in St. Petersburg als Sohn des französischstämmigen Goldschmiedes Gustave Fabergé geboren. Er arbeitete unter anderem als Schmuckrestaurator in der Eremitage und fertigte Schmuckkreationen in der Tradition der russischen Goldschmiede.

Der Kult ums Osterei wurde in Russland intensiv gepflegt: Neben dem simplen bemalten Hühnerei kamen hölzerne, gedrechselte und kunstvoll bemalte Eier in Mode, gefolgt von Prachtexemplaren aus Porzellan, Glas und Metall. 1885 beauftragte der Hof des Zaren Alexander III. Fabergé, zum Osterfest ein Schmuck-Ei zu kreieren – die Begeisterung über das so genannte „Hennen-Ei“ war so groß, dass er fortan jedes Jahr eine dieser Preziosen herstellen musste. Bis zu seinem Tod vollendete er zehn Eier, an denen er und seine Gehilfen jeweils ein Jahr gearbeitet hatten. Sein Sohn setzte die Tradition fort.

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