Sotheby's - The Guennol Lioness

Millionenschwerer Talisman

Bei Sotheby’s in New York erzielte „The Guennol Lioness“ jüngst den höchsten Preis, der jemals für eine Skulptur bei einer Auktion bezahlt wurde. Für 57,2 Millionen Dollar erwarb ein englischer Sammler die Figur einer muskulösen Löwin in Menschengestalt.

Die kleine Skulptur, sie misst gerade mal acht Zentimeter, ist 5000 Jahre alt. Sie stammt aus Mesopotamien aus einer Zeit, in der das Rad erfunden wurde und die Anfänge der Schrift liegen. Damals entstanden die ersten stadtähnlichen Siedlungen. Forscher vermuten, dass die menschenähnliche Löwenfigur aus Sandstein als Talisman diente. Sie sollte ihren Besitzer vor bösen Geistern beschützen.

Seit 1948 gehörte die Kalkstein-Figur, die Archäologen im Irak gefunden hatten, dem Sammler Alastair Bradley Martin. Sie war das Schmuckstück seiner "Guennol Collection".

Den Höhepunkt der New Yorker Auktion bildete das finale Duell zweier millionenschwerer Sammler: Einem Bieter am Telefon und einem Unbekannten, der vom hinteren Saalteil des Auktionshauses aus erst beim stolzen Wert von 27 Millionen Dollar sein Interesse an der Figur äußerte. Der Bieter am Telefon musste schließlich, ob des astronomischen Gebotes von umgerechnet rund 40 Millionen Euro aufgeben. Den Zuschlag samt Schutz vor bösen Geistern erhielt der Unbekannte. Er stellte sich als englischer Sammler heraus, der anonym bleiben möchte.