Basquiat - Sotheby's

Eine "bildnerische Kakophonie

Sotheby's in London versteigert Gemälde von Jean-Michel Basquiat aus dem Besitz der Rockband "U2"

Dass Rock- und Popmusiker gerne Kunst sammeln, ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Dass aber eine ganze Band als Kunstbesitzer auftritt ist ungewöhnlich: Wenn das Auktionshaus Sotheby’s am 1. Juli in London das frühe Gemälde "Ohne Titel (Pecho/Oreja)" von Jean-Michel Basquiat (1960 bis 1988) versteigert, dann heißt der Besitzer "U2" – es ist kollektives Eigentum der irischen Rockband um Sänger und Gutmensch Bono. Das frühe Meisterwerk des des jung gestorbenen Amerikaners, Sohn eines Haitianers und einer Puertoricanerin, ist auf 4 bis 6 Millionen Pfund (rund 5,1 bis 7,6 Millionen Euro) geschätzt.

Basquiat malte das Bild im zarten Alter von 22 Jahren. Es zeigt, umgeben von der für Basquiat typischen "bildnerischen Kakophonie" (Sotheby’s) einen großen Kopf. Das Entstehungsjahr 1982 war für den Maler ein Jahr des beispiellosen Erfolgs: Er hatte seine ersten Einzelausstellungen in namhaften Galerien wie Gagosian in Los Angeles und Bruno Bischofberger in Zürich. Ende 1982 wurde die in Manhattan ansässige Händlerin Anina Nosei seine Galeristin, die ihm im Parterre ihrer Galerie ein großzügiges Atelier zur Verfügung stellte. Basquiat, der als Graffiti-Künstler begonnen hatte, starb mit 27 Jahren an einer Überdosis Rauschgift.

Petra Bosetti

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