Fischli/Weiss - Auktion

Zeugen einer komischen Katastrophe

Christie's in Zürich versteigert im Dezember die realen Überbleibsel des Kultfilms vom Schweizer Künstlerduo Fischli/Weiss

Wenn in einem Museum auf einmal nur noch strahlende Gesichter zu sehen sind und leises Kichern bis lautes Lachen zu vernehmen ist – dann kann man ziemlich sicher sein, dass hier eine Ausstellung des Schweizer Künstlerduos Peter Fischli und David Weiss läuft und dass gerade ihr Film „Der Lauf der Dinge“ aufgeführt wird.

Das war bereits bei der Uraufführung auf der Kasseler Documenta 8 im Jahr 1987 so, das war auch bei der jüngsten Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen (April bis August) der Fall. Der urkomische Film mit einer Laufzeit von 29 Minuten und 45 Sekunden zeigt eine Kamerafahrt über eine schier endlose erscheinende Kettenreaktion der bizarrsten Art: Alles explodiert, zischt, wabert, brennt, tropft, kreiselt, rollt, kullert, und alles löst in der Folge Reaktionen aus, die wiederum neue Reaktionen anstoßen...

In Hamburg war zum ersten Mal ein "Making of" des Films zu sehen, wodurch der Betrachter einen neuen Einblick in den skurrilen Humor der beiden Künstler erhielt. Die zahlreichen Requisiten, die Fischli/Weiss für ihren Film verwendet haben – von der Teekanne auf Rollen über die Kerze auf der Schaukel bis zu Feuerwerkskörpern, Autoreifen und Luftballons –, werden jetzt bei Christie’s in Zürich versteigert – sie stammen aus der Privatsammlung von Alfred Richterich und werden zusammen mit einer 16-Millimeter-Filmrolle angeboten.

Was bei Christie’s versteigert wird, ist streng genommen eine Art Laboratiorum zur Errichtung des insgesamt 40 Meter langen Katastrophenparcours, auf dem die Gesetze der Physik, von der Schwerkraft bis zu Hebelwirkung, und der Chemie ihr Unwesen treiben. Fischli-Weiss haben die Requisiten in zwei 145 x 145 x 57 cm großen Vitrinen zur Installation vereint. Bei Christie’s in Zürich sind sie vom 6. bis 25. November zu sehen, versteigert werden sie am 1. Dezember. Der Schätzpreis liegt bei 900 000 bis 1,5 Millionen Schweizer Franken (564 189 bis 940 315 Euro). Der Erlös fließt in die Alfred-Richterich-Stiftung, die sich die Förderung einer jungen Schweizer Künstlergeneration zum Ziel gesetzt hat

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