Oskar Schlemmer - Bauhaus-Künstler

Schlemmer-Auktion abgesagt

Eigentlich sollte der Nachlass des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer am Samstag unter den Hammer kommen. Jetzt wurde die Auktion kurzfristig abgesagt.
Versteigerung des Nachlasses abgesagt:Schlemmer-Auktion abgesagt

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Die für Samstag geplante Auktion des ersten Teils des Nachlasses des Bauhaus–Künstlers Oskar Schlemmer bei Lempertz in Köln wird nicht stattfinden. Der 18. Senat des Oberlandesgerichts München bestätigte gestern eine Einstweilige Verfügung zu Gunsten der Künstlertochter, Ute Jaina Schlemmer, die beantragt hatte, die Versteigerung zu untersagen.

Hintergrund der geplanten Auktion von zunächst 64 Arbeiten war ein seit Jahren schwelender Streit zwischen den Schlemmer–Erben: Auf der einen Seite dessen Tochter mit ihrem Sohn Raman, auf der anderen Schlemmers Enkelin Janine Schlemmer. Sie wirft ihren in Italien lebenden Verwandten vor, ihr Informationen über Umfang und Verbleib großer Teile des gemeinsamen Erbes zu verweigern (art 10/2008). Zudem hätten Jaina und Raman Schlemmer in den vergangenen Jahren zahlreiche Werke aus Museen – so aus dem Bauhaus-Archiv in Berlin – abgezogen und an einen ihr unbekannten Ort gebracht. Deshalb ließ Janine Schlemmer nach einem entsprechenden ersten Urteil 127 Werke ihres Großvaters, die als Leihgaben der Familie weltweit in Museen hingen, zurückfordern. Betroffen waren unter anderem die Staatsgalerie Stuttgart, das Bauhaus-Archiv in Berlin, das Kunstmuseum Basel und auch das Museum des 20. Jahrhunderts in Wien. Einige von ihnen wollten am Samstag jene Werke, die sie noch vor kurzem als Leihgaben hatten, ordentlich kaufen. Eine zweite Schlemmer-Auktion sollte bei Lempertz im kommenden Frühjahr stattfinden.