Wirth / Zwirner - New York

Nicht zu bremsen

David Zwirner und Iwan Wirth geben die gemeinsamen Räume zugunsten eigener Galerie-Erweiterungen auf – eine "strategische Partnerschaft" soll es aber weiterhin geben.
Nicht zu bremsen:Expansionspläne von David Zwirner und Iwan Wirth

Das Galeristen-Duo Iwan Wirth (links) und David Zwirner: "Die wirtschaftliche Krise hält uns nicht auf"

Die Uptown-Galerie Zwirner & Wirth, ein partnerschaftliches Unternehmen von Iwan Wirth und David Zwirner auf der 69th Street, wird künftig unter dem Namen Hauser & Wirth laufen und statt der ursprünglichen zwei insgesamt vier Stockwerke übernehmen. Außerdem erweitert David Zwirner sein Powerhouse auf der 19th Street von Chelsea, in dem er bereits über 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche verfügt, um eine weitere Galerie – damit steigt die Zahl seiner Zweigstellen auf vier. Und Zwirner macht seinem Titel "König der 19th Street" alle Ehre.

Der Galerien-Zuwachs "Zwirner" wird auf mehr als 450 Quadratmetern im Erdgeschoss des Metal Shutter House einziehen. Ein elfstöckiger Luxus-Apartment-Komplex, der von dem japanischen Architekten Shigeru Ban entworfen wurde und hinter dem sich der deutsche Galerist Klemens Gasser von der vor nicht langer Zeit geschlossenen New Yorker Galerie Klemens Gasser & Tanja Grunert als einer der Bauherren verbirgt. Die Eröffnung ist für September geplant. Bei "Zwirner" soll das Ausstellungsprogramm des ehemaligen Partner-Unternehmens Zwirner & Wirth ausgebaut werden, das sich auf den Sekundärmarkt konzentriert hatte. Die beiden Galeristen betreiben damit jeder ihr eigenes Haus, kündigten aber an, ihre "strategische Partnerschaft" weiter auszubauen und auch weiterhin gemeinsame Ausstellungen zu organisieren. "Die wirtschaftliche Krise hält uns nicht auf", so Iwan Wirth.

Auftakt bei "Zwirner" wird eine Gruppenshow mit Künstlern der sechziger und siebziger Jahre aus Los Angeles sein, darunter Arbeiten aus der Sammlung von Helga und Walther Lauff. Wie schon bei den alten Räumlichkeiten wird die ursprünglich aus Deutschland stammende New Yorker Architektin Annabelle Selldorf die neuen Ausstellungsräume von Hauser & Wirth auf der Upper East Side entwerfen. Die Eröffnung ist ebenfalls für September mit der Ausstellung "Yard" geplant.

Es handelt sich um eine kleine Verbeugung vor der Kunstgeschichte New Yorks. Der 2006 verstorbene Meister des Happenings Allan Kaprow hatte mit "Yard" bereits vor mehr als 40 Jahren den Hinterhof der Martha Jackson Gallery, die damals in dem Townhouse saß, mit Bergen von Autoreifen gefüllt, in denen die Besucher herumklettern konnten. Die Installation würde nach wie vor die Idee, was Kunst ist, herausfordern, meint Wirth. "Kaprow beeinflusst auch weiterhin eine große Reihe von Künstlern." Einem davon, Paul McCarthy, soll im November die nächste Ausstellung gewidmet werden. Es folgen Shows mit Arbeiten von Ida Applebroog, Eva Hesse und Roni Horn. Die Galerie, die neben McCarthy Künstler wie Mary Heilmann, Christoph Büchel und Pipilotti Rist vertritt, betreibt seit Gründung 1992 Vertretungen in London und Zürich. Seit neun Jahren war sie in Teamwork mit David Zwirner auch in New York ansässig. Dies ist die erste eigenständige US-Vertretung der Schweizer.

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