Dennis Hopper - Los Angeles

Der grosse Ausverkauf

Die Kunstsammlung und Villa des Pop-Art-Fans Dennis Hopper werden wenige Monate nach seinem Tod verkauft.
Der große Ausverkauf:Besitz Hoppers wird verkauft

Hoppers Domizil am Indiana Boulevard im Venice, Los Angeles

Während Dennis Hoppers Retrospektive "Double Standard" noch im Museum of Contemporary Art in Los Angeles läuft, wird der Besitz des Stars nur wenige Monate nach seinem Tod verkauft. Ein Erb-Streit zwischen seinen Kindern und seiner frisch geschiedenen Ex-Frau scheint hinter der zügigen Abwicklung zu stecken. Das auf 30 Millionen Dollar geschätzte Vermögen soll der Hollywoodstar seinen vier Kindern und den Enkeln vermacht haben. Hoppers fünfte Ehefrau, Victoria Duffy-Hopper, hatte sich kurz vor Hoppers Tod scheiden lassen und behauptet, dass ihr neben einer Zahlung von 250 000 Dollar 25 Prozent des gesamten Besitzes, zu dem auch ein Anwesen in New Mexiko zählt, zustehen.

Verscherbelt wird, woran das Herz des Künstlers hing: seine Sammlung und sein von den Architekten Brian Murphy und Hoppers Freund Frank Gehry designtes Domizil am Indiana Boulevard im Venice, Los Angeles. Der Besitz, zu dem Gehry-Häuser im Loft-Stil und eine von Murphy entworfene "Kunst-Scheune" mit beweglichen Wänden für Hoppers Sammlung zählen, ging für 6,2 Millionen Dollar auf den Markt. Das Maklerbüro preist das früher eher heruntergekommene Künstler- und heutige Großverdiener-Viertel Venice an und stellte eine umfangreiche Fotoserie mit Bildern von Hoppers früheren Privaträumen online. Die News-Site "Luxist" berichtete von all den prominenten Hausgästen und Künstlern wie Jasper Johns und Roy Lichtenstein, die bei den Hoppers ein- und ausgingen – und damit das Anwesen besonders attraktiv für potentielle Käufer machen.

Pop-Art-Fan Dennis Hopper war einer der ersten, der 1962 eines von Andy Warhols Soup-Can-Bildern für den damaligen Preis von 75 Dollar gekauft hatte. Er gehörte zu den ersten Sammlern von Künstlerfreunden wie Ed Ruscha oder Lichtenstein, dessen "Sinking Sun" er für 1100 Dollar erwarb. Seine frühere Sammlung schätzte der Künstler auf einen Wert von 100 Millionen Dollar. Doch er verlor sie 1969 bei der Scheidung von Schauspielerin Brooke Hayward.

Versteigerung bei Christie's

Teile seiner späteren Sammlung sollen nun im November bei Christie's unter den Hammer kommen. Kein anderer als James Dean habe Hopper an die Kunst herangeführt, wirbt das Auktionshaus. Hopper hätte die Kunst gelebt, schwärmt einer der Experten. Der Wert der bei Christie's angebotenen Arbeiten, zu denen Werke von Ruscha, Claes Oldenburg, Julian Schnabel, Richard Prince, Kenny Scharf, Keith Haring, Jean-Michel Basquiat oder Richard Serra zählen, wird auf mindestens zehn Millionen Dollar geschätzt. Warhols Porträt von Hopper von 1972 ist neben einem Werk von Basquiat von 1987 (Schätzwert 5 bis 7 Millionen Dollar) mit einem oberen Schätzpreis von 1,2 Millionen Dollar eines der Hauptlose des Abends.

Als Schauspieler hätte er sein Geld verdient. Seine eigene Kunst, besonders die Fotografie, hätte ihm das Leben gerettet, weil er sich mit ihr kreativ ausdrücken konnte. Die Kunst von anderen habe ihn immer nur Geld gekostet, hat Hopper in einem seiner letzten Interviews (art 1/2010) erzählt. Seine Familie hat offensichtlich vor, dies zu ändern.

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