Daniel Hug im Interview

»Man darf nicht nostalgisch werden«

Der US-Galerist Daniel Hug tritt das schwere Erbe von Gérard Goodrow an. Nachdem Art-Cologne-Direktor Gérard Goodrow auf Druck von Galeristen sein Amt aufgeben musste, wurde monatelang nach einem Nachfolger gesucht. Heute stellte sich Daniel Hug der Presse vor – und art sprach mit ihm über die zukünftige Ausrichtung der Art Cologne, sein Verhältnis zu Köln – und die Konkurrenz aus Berlin.
Das erste Interview mit dem neuen "Art Cologne"-Direktor:Daniel Hugs Pläne

Daniel Hug: Der Überraschungskandidat aus Los Angeles bei der Pressekonferenz in Köln

art: Herr Hug, was kann der deutsche Messestandort Köln von Los Angeles lernen?

Los Angeles hat in den achtziger Jahren und frühen neunziger Jahren viel von Köln gelernt. Max Hetzler hatte eine Galerie in Santa Monica, Tim Neuger war Direktor dort, die beiden Städte hatten teilweise eine gemeinsame Geschichte. Los Angeles ist die zweite Kunststadt in Amerika, New York ist die erste. In Deutschland ist Köln jetzt vielleicht die zweite nach Berlin, aber wer weiß, das kann sich ändern. Da muss man flexibel sein und darf nicht nostalgisch werden.

Ihr Schwerpunkt als Galerist liegt auf junger Kunst. Ist dies ein Fingerzeig für die zukünftige Ausrichtung der "Art Cologne"?

Nein. Ich stellte zeitgenössische Kunst aus, weil das meine Generation ist. Die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts ist generell zeitgenössische Kunst gewesen – zu ihrer Zeit. Die starke Position der Art Cologne im Segment der Klassischen Moderne wird bestehen bleiben. Ich habe da Familienbande, mein Großvater ist László Moholy-Nagy, das sind meine Wurzeln. Mein Interesse an der zeitgenössischen Kunst wuchs aus dem Verständnis der Klassischen Moderne. Der Unterschied in der Arbeit eines Galeristen liegt lediglich darin, dass man es im einen Fall meistens mit verstorbenen Künstlern zu tun hat und im anderen Fall mit lebenden Künstlern. Die Stärke der "Art Cologne" liegt gerade darin, dass es hier beides gibt und auch die Nachkriegskunst gut vertreten ist.

Wie ist ihr Verhältnis zu Köln, waren Sie als Galerist bereits auf der Art Cologne?

Nein, meine Galerie ist dieses Jahr zum ersten Mal im Open Space vertreten. Ich persönlich werde dort nicht als Galerist anwesend sein, sondern meine neuen Partner, die die Galerie übernehmen werden. Als Aussteller für eine andere Galerie war ich im Jahr 2000 auf der Art Cologne.

Wie sehen Sie die Konkurrenz zur Kunstmetropole Berlin und dem aufstrebenden "Art Forum"?

Die sind sechs Monate weg, das ist ein weiterer Vorteil des neuen Termins im April. Ich weiß, dass sich das "Art Forum" nur als zeitgenössische Kunstmesse betrachtet. Die "Art Cologne" ist hingegen eine Messe für das 20. und 21. Jahrhundert – das ist ein ganz anderes "animal".

Sprechen Sie ihren Namen eigentlich deutsch oder amerikanisch aus?

Als Kind in Zürich war ich Daniel Hug mit deutscher Betonung, eigentlich Danny Hug – aber bitte nennen Sie mich nicht so. In Amerika kann das jedoch niemand aussprechen.

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