Auktionsrekord - Indische Kunst

Heiß auf Bombay Boys

Zeitgenössische Kunst aus Indien liegt im Trend. Gemälde von Tyeb Mehta bricht bei Auktion in New York die Millionendollar-Grenze

Als bei Sotheby‘s in New York im März das Los Nr. 114 zugeschlagen wurde, brach spontaner Applaus im Auktionssaal aus. „Falling Figure“ (1987) von Tyeb Mehta wechselte für rund 1,2 Millionen Dollar (zirka 89 000 Euro) den Besitzer. Rund 15 Millionen Dollar (zirka 11 Millionen Euro) erbrachten die etwa 170 Lose, der höchste Erlös einer Auktion indischer Kunst bei Sotheby‘s. Die Zahlen bei Christie‘s am folgenden Tag waren gleichermaßen beeindruckend, mit einem Gesamterlös von 8,5 Millionen Dollar.

Die Preise für Indiens Kunst der Nachkriegszeit, nicht nur für Altmeister wie Mehta oder Syed Haider Raza, sondern auch für jüngere Künstler wie die sogenannten „Bombay Boys“, haben sich im Gefolge der Kunst aus China in den letzten Jahren vervielfacht. Im Westen lebende indische Sammler, etwa der New Yorker Börsenspekulant Radjiv Chaudry, sind bereit, hohe Preise zu bezahlen. Auch Galeristen sind mit von der Partie. Gerade wurde Londons erste Galerie eröffnet, die sich ausschließlich junger indischer Kunst widmet.

Pajiit Dutta, Mitbegründer der Aicon Gallery in den früheren Räumlichkeiten von Großgalerist Larry Gagosian, die schon in New York und San Francisco vertreten ist, nimmt sich vor allem jüngerer Künstler wie Ryas Komu an, die Indien „als globalisierte multikulturelle Gesellschaft“ darstellen. „Wir sind sehr viel internationaler als unsere Vorgänger“, sagt der Künstler, „und unsere Arbeit reflektiert das gegenwärtige Selbstbewusstsein der indischen Gesellschaft.“