Ernst Beyeler - Galerist und Sammler

Respekt vor dem Grandseigneur

Er hat als Galerist im internationalen Kunstbetrieb nach 1945 eine gewichtige Rolle gespielt und mit der vor zehn Jahren eingeweihten Fondation Beyeler in Riehen/Basel für die Öffentlichkeit ein einzigartiges Museum eröffnet - arte zeigt ein Filmporträt des großen Kunstliebhabers am 15. Oktober um 23.55 Uhr
Filmporträt über den Schweizer Kunstexperten:Stationen einer Erfolgsgeschichte

Galerist, Sammler, Museumsgründer: Ernst Beyeler

Das „beste Auge im Geschäft“, so schwärmt der einstige MoMA-Direktor William Rubin über den Basler Galeristen und Sammler Ernst Beyeler. Und in der Tat hat der 86-jährige große, schlanke Mann, dessen unnachahmliche Karriere mit einer bescheidenen Kunsthandlung in der Basler Bäumleingasse vor genau 60 Jahren begann, wie kaum ein Zweiter den internationalen Kunsthandel des 20. Jahrhunderts geprägt. Ihm gelangen nicht nur sagenhafte Deals mit Arbeiten Pablo Picassos, Paul Klees, Wassily Kandinskys und Alberto Giacomettis. Er gehört auch zu den Vätern der renommierten Messe "Art Basel", hat zusammen mit seiner Frau Hildy eine einzigartige Sammlung mit Werken der Klassischen Moderne zusammengetragen und ist ein erfolgreicher Museumsgründer: Die Fondation Beyeler, zu Hause in einem traumhaften, von Renzo Piano erdachten Bau in Riehen/Basel, feiert dieses Jahr mit der eindrucksvollen Ausstellung „Die Andere Sammlung“ ihr zehnjähriges Bestehen und konnte heute den dreimillionsten Besucher begrüßen.

Anlässe genug also für ein Porträt des Schweizer Kunsthändlers. Die Filmemacher Philippe Piguet und Thomas Ilser nähern sich dem Phänomen Beyeler mit viel Respekt: Lange Kamerafahrten durch die wunderschönen Räume der Fondation führen dem Zuschauer das imposante Kunstaufgebot vor Augen. Dazwischen eingeblendet immer wieder kurze Statements von Mitarbeitern, Kritikern, Galeristenkollegen, die allesamt das Gespür, den Mut und die Leidenschaft des Ernst Beyeler preisen. Auch der Gefeierte persönlich, im seinem sympathisch bescheidenen Büro aufgenommen, kommt zu Wort: Und Profi Beyeler erzählt in vornehm zurückhaltender Art all jene Episoden seiner Erfolgsgeschichte, die er schon oft zum Besten gegeben hat: etwa wie er sein „Schicksalsbild“ – Kandinskys „Improvisation 10“ – vor dem Zugriff des US-Stahlmagnaten David Thompson rettete oder mit wie viel taktischem Geschick er mit dem Meister Picasso über dessen Skulptur „Die Gitarre“ verhandelte.

Über den knallharten Rechner, den gewieften Geschäftsmann Ernst Beyeler erfährt das Fernsehpublikum kaum etwas. Selbst die oft beschworene Leidenschaft des Sammlers für seine Kunstwerke kommt nur recht unterkühlt rüber. Der Grandseigneur achtet vor laufender Kamera stets auf maßvolles Auftreten.

Termine:

"Kunsthändler Ernst Beyeler"
arte , 15. Oktober um 23.55 Uhr
"Die Andere Sammlung" in der Foundation Beyeler, Riehen/Basel
bis 6. Januar 2008, Katalog: 45 Euro ( Hatje Cantz)

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