Verschollene Goyas - Christie's

Aus Goyas Privatalbum

Drei Goya-Zeichnungen sollen auf einer Versteigerung bei Christie's in London mehr als zwei Millionen Pfund bringen.
Verschollene Goya-Zeichnungen:Auktion soll zwei Millionen Pfund einbringen

Diese drei Handzeichnungen von Goya sind wieder aufgetaucht

Über 130 Jahre waren sie verschwunden, jetzt sind drei Handzeichnungen des Spaniers Francisco de Goya y Lucientes (1746 bis 1828) wieder im Handel aufgetaucht: Das Auktionshaus Christie’s in London wird die drei Blätter am 8. Juli dieses Jahres versteigern. Zum letzten Mal wurden sie bei einer Auktion mit Werken des Malers aktenkundig, die 1877 in Paris stattfand und auf der 105 Zeichnungen aus Goyas berühmten Privatalbum versteigert worden waren. Seither verlor sich jede Spur von ihnen.

"Sie verdeutlichen bis zur Perfektion die unerschöpfliche Fruchtbarkeit von Goyas Vorstellungskraft", sagt Benjamin Peronnet, der bei Christie’s International für Alte Meister und Zeichungen des 19. Jahrhunderts zuständig ist.
Die Zeichnung "Sie kommen herunter" (800 000 bis 1,2 Millionen Pfund (1,1 bis 1,5 Millionen Euro) zeigt vier durch die Luft fliegende Frauen – eine trägt ein breites Lächeln und zieht an den langen Haaren einer anderen, die vor Schmerz schreit.

Das Blatt "Wachtmeister Lampiños, eingenäht in ein totes Pferd" berichtet drastisch vom Aufstand gegen einen verhassten Polizeibeamten in Saragossa, der Studenten und Frauen verfolgt hatte und der vom rachdurstigen Mob in ein toten Pferd eingenäht wurde (Schätzwert: 600 000 bis 800 000 Pfund/ 762 161 bis 1,5 Millionen Euro). Die dritte Zeichung, "Die Buße", zeigt einen Mann vor einem Kreuz betend, die Augen erhoben und den Mund zu einem stummen Schrei geöffnet, der durchaus Assoziationen zu Edvard Munchs "Schrei" zulässt (700 000 bis 900 000 Pfund/889,173 bis 1,14 Millionen Euro).

Petra Bosetti

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