Gib mir fünf!

Die Tipps der Woche



DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Regine Ehleiter empfiehlt diese Woche Mut zur ausgefallenen Mode, ein Fotofestival in Köln und zeitgenössische Kunst aus Kairo.
// REGINE EHLEITER

Hannover: Leigh Bowery

Kunstfigur, Grenzgänger, Designer, Selbstdarsteller oder Muse? Der australische Künstler Leigh Bowery (1961 bis 1994), der mit 19 nach London ging und sich in der dortigen Clubszene durch seine schillernden Outfits schnell einen Namen machte, lässt sich nicht so einfach zuordnen. Wie er durch seinen einzigartigen und unverwechselbaren Stil viele Größen der internationalen Kunst- und Modewelt beeinflusst hat, ist ab Sonntag, 31. August, in einer Ausstellung im Kunstverein Hannover zu sehen, die im Rahmen des zehn Institutionen umfassenden Gemeinschaftsprojekts "Hannover Goes Fashion" gezeigt wird. Neben einer raumgreifenden Videoinstallation des New Yorker Filmemachers Charles Atlas, der darin die Atmosphäre von Bowerys Performances vermitteln will, werden auch Radierungen von Lucian Freud präsentiert, für dessen Aktbilder Bowery über Jahre Modell gestanden hat.

Berlin: "Cairoscape"

Millionen europäischer Touristen besuchen jedes Jahr die ägyptischen Pyramiden, doch dabei kommen sie kaum mit der lokalen Kultur oder der zeitgenössischen Kunstproduktion in Berührung. Marina Sorbello und Antje Weitzel haben deshalb eine Ausstellung kuratiert, mit der sie eine andere Sichtweise auf die moderne Megastadt Kairo vermitteln wollen. Dieser Ort sei "translokal" – das heißt, die Bewohner von Kairo nehmen künstlerische Einflüsse ihrer Stadt auf, aber gleichzeitig überschreiten ihre Ideen auch den lokalen Kontext. In der Ausstellung werden deshalb die Werke ägyptischer Künstler neben Arbeiten gezeigt, die im Rahmen internationaler Künstlerresidenzen entstanden sind. Die Ausstellung eröffnet am 29. August um 19 Uhr im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Berlin.

Köln: "19. Internationale Photoszene"

Alle zwei Jahre, parallel zur Kölner Messe "photokina", richtet der gemeinnützige Verein "Internationale Photoszene Köln" in der Domstadt ein umfangreiches Fotofestival aus, zu dem in diesem Jahr rund 18 000 Besucher erwartet werden. An über 90 Veranstaltungs- und Ausstellungsorten wird ab dem 1. September für einen Monat lang Fotografie zu sehen sein. Unter den von der Jury ausgewählten "Top Ten" ist die Ausstellung "Hitler blind und Stalin lahm" (Museum Ludwig Köln). Eine Schau mit Porträts von Jim Dine wird in der Photographischen Sammlung/ SK Stiftung Kultur gezeigt. Unter den gezeigten Arbeiten in der Kategorie "Newcomer & Junggebliebene" gibt es außerdem noch einige interessante Entdeckungen zu machen. Das komplette Programm ist auf der Website der "Internationalen Photoszene" aufgeführt.

Bonn: Ryan Gander "Something Vague"

Bei Ryan Ganders (geb. 1976) erster Einzelschau in Deutschland dreht sich alles um das, was noch nicht ist, aber möglicherweise sein könnte. Diese Ungewissheit ist schon im Titel der Ausstellung angelegt: "Something Vague", zu sehen von 28. August bis 2. November im Bonner Kunstverein, präsentiert aktuelle Arbeiten des jungen britischen Konzeptkünstlers, bei denen das Unsichtbare wichtig ist, das erst im Kopf des Betrachters zu einer Geschichte zusammengefügt und dadurch sichtbar wird. So findet man zum Beispiel in mehreren Arbeiten das Motiv eines weißen Blatts Papier, das als potenzielles Kunstwerk darauf zu warten scheint, vom Künstler bezeichnet zu werden. Gander setzt seine Ideen dabei in einer Vielzahl von Medien um: Sowohl Videoinstallationen als auch Skulpturen, Fotografien, Performances und Künstlerbücher werden im Bonner Kunstverein gezeigt.

Berlin: "Lange Nacht der Museen"

"Schlösser, Parks und Gärten" heißt das diesjährige Motto der "Langen Nacht der Museen" in Berlin. Am Samstag, 30. August, können die Besucher ab 18 Uhr mit Shuttle-Bussen über das gesamte Stadtgebiet verteilt zu mehr als 100 Museen, Sammlungen, Archiven und Gedenkstätten in Berlin fahren. Offiziell eröffnet wird die Lange Nacht durch Klaus Wowereit, den Regierenden Bürgermeister von Berlin, vor der Kulisse des Alten Museums mit Blick auf den neu gestalteten Lustgarten. Die zentrale Abschlussparty findet im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums statt. Tickets können auch am selben Abend noch in den teilnehmenden Museen und an der Abendkasse am Lustgarten erworben werden.

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