Georgischer Frühling - Ein Magnum Tagebuch

Georgischer Frühling - Ein Magnum Tagebuch

Noch vor einem Jahr war Georgien fast täglich in den Nachrichten: Nach Konflikten um die heute als unabhängige Staaten anerkannten Regionen Südossetiens und Abchasiens weigerte sich die russische Armee, ihre Truppenverbände aus dem Georgischen Kernland abzuziehen. Doch seit am 22. August 2008 die letzten russischen Truppen das Land verließen, ist wieder etwas Ruhe eingekehrt und Georgien befindet sich im Aufschwung.

Inwieweit die konfliktreichen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts auch nach der 1991 zurück gewonnenen Unabhängigkeit noch die Georgische Identität prägen, versuchte eine zehnköpfige Truppe von Magnum-Fotografen zu ergründen. Sie folgten der Einladung des Georgischen Kulturministeriums und dokumentierten das Land durch Worte und Bilder, aus welchen jetzt das Buch "Georgischer Frühling" entstanden ist.

Dabei hat sich jeder der Fotografen auf ein Thema beschränkt und ist auf die eigene Art an die Arbeit heran getreten. So ist beispielsweise Jonas Bendiksen aufgebrochen um der "neuen Generation von jungen Georgiern zu begegnen" (Bendiksen) - Menschen, die in einem unabhängigen Georgien aufgewachsen sind und eine neue, selbstbewusste Mentalität in den Strom der Meinungen mit einfließen lassen. Der Italiener Paolo Pellegrin suchte nach der Spiritualität des Landes und stieß "überall auf ein tiefes Gefühl der Andacht" (Pellegrin). Unter den Fotografen und Essayisten sind außerdem Größen wie Gueorgui Pinkhassov, Alec Soth, Antoine D’Agata und Martin Parr.

Aus dieser individuellen und ungebundenen Vorgehensweise sind neben beachtlichem Fotomaterial auch sehr vielschichtige Einblicke in die Gesellschaft, die Kultur und die Mentalität des heutigen Georgiens entstanden. Jeder der Fotografen erhält zur Präsentation seiner Ergebnisse 20 Seiten; ergänzt wurde die Zusammenstellung durch einen Blick auf die Georgische Geschichte, ein Vorwort von Thomas Dworzak und ein Essay der Georgien-Expertin Wendell Steavenson.

Der Bildband "Georgischer Frühling" erscheint im September beim Kehrer Verlag, zudem soll es vom 4. bis zum 13. September eine Ausstellung von "Georgischer Frühling" in den Uferhallen, Berlin geben.

Georgischer Frühling

Katalog erschienen bei Kehrer: 264 Seiten, 240 Farb- und Duotonfotografien für 36 Euro
http://www.georgianspring.com

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