Robert Capa - Fotografie

Der mexikanische Koffer

Tausende verschollen geglaubter Negative des legendären Fotoreporters und Mitbegründers der Fotoagentur "Magnum" Robert Capa (1913 bis 1954) sind in Mexiko aufgetaucht.

"Das ist der heilige Gral von Capas Werk", sagte Brian Wallis, Chefkurator des New Yorker Museum "International Center of Photography" der "New York Times". Die 127 Negativrollen mit rund 3000 Fotos waren fast 70 Jahre lang veschollen. Capa selbst hatte die Bilderserie aus dem Spanischen Bürgerkrieg nach dem Einmarsch der Deutschen 1940 in Paris in einen Koffer gepackt, ihn dann zurückgelassen – und glaubte, dass die Negative in den Kriegswirren zerstört worden seien.

Jetzt erst stellte sich heraus, dass der Koffer auf abenteuerlichem Weg von Paris nach Marseille gelang und ihn dort der mexikanische General Javier Aguilar González nach Mexiko-Stadt mitnahm. In seinem Nachlass fand man nun diesen Schatz.

Die wohl spannenste Frage nach diesem Fund ist: Wurde Capas berühmtestes Bild "Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes" inszeniert oder handelt es sich um ein reales Kriegsopfer? Die Sichtung der Negative wird wohl noch mindestens ein halbes Jahr dauern, und auch ob und wann es eine Ausstellung geben wird, steht auch noch nicht fest.