Spiral Jetty - Utah

Offene Rechnung

Die New Yorker Dia Art Foundation hatte versäumt, die jährlichen Gebühren für das Grundstück zu bezahlen, auf dem sich das Land-Art-Werk von Robert Smithson befindet.

Selbst Institutionen wie die New Yorker Dia Art Foundation vergessen, ihre Rechnungen zu zahlen. So berichtete jedenfalls das lokale Blatt "Salt Lake Tribune". Die gemeinnützige Kunststiftung hätte versäumt, für ihre jährlichen 250 Dollar Gebühren an die Verwaltung von Utah aufzukommen, um sich die Rechte an vier Hektar Wüstenland am Rande des großen Salzsees nahe Rozel Point zu sichern, auf dem sich die "Spiral Jetty" von Robert Smithson befindet. Smithson, der 1973 bei einem Flugzeugabsturz starb, hatte die berühmte Erd-Spirale 1970 kreiert. Damit würden das Grundstück und das 450 Meter lange Land-Art-Werk aus Stein, Erde und Salzkristallen in einem durch Algen rötlich gefärbtem See zum Verkauf stehen.

Die Dia-Stiftung war von den unerfreulichen Nachrichten ebenso überrascht wie der Rest der Kunstwelt und widerlegte die Geschichte schließlich. Es stellte sich heraus, dass die Bürokratie in Utah versagt hatte. Der Verwaltungsmitarbeiter, der für Dia zuständig war, war gestorben – und niemand schien sich mehr zuständig zu fühlen. Inzwischen haben sich die bürokratischen Wogen geglättet. Die Dia-Verwaltung, die "Spiral Jetty" 1999 von Smithsons Nachlassverwaltung vermacht bekommen hatte, und Utahs Landverwaltung haben sich nach monatelangen Verhandlungen geeinigt.

Für Unruhe hatten Mitbieter gesorgt, die sich für die Übernahme des Pachtvertrages beworben hatten. Es handelte sich um den 89-jährigen Sammler Herbert Steiner aus Seattle und um den ehemaligen Investmentbanker, Kunstblogger und Sammler Greg Allen, der schnellstens die Jetty Foundation gegründet hatte. Zwar lebt Allen in Washington, aber er wuchs in Utah auf und ist daran interessiert, lokale Naturschutzgruppen zum Erhalt und Schutz der Arbeit zu involvieren. Vor nicht langer Zeit war die Dia-Stiftung im fernen New York erst durch einen Aufruf von Smithsons Witwe Nancy Holt darauf aufmerksam geworden, dass Ölbohrungen "Spiral Jetty" bedrohen könnten.

Um zukünftige Pannen wie diese zu vermeiden, hat sich Dia nun mit zwei lokalen Organisationen zusammengeschlossen. Das Great Salt Lake Institute (GSLI) soll über mögliche Umweltprobleme informieren, das Utah Museum of Fine Arts vor Ort über den Erhalt der Arbeit wachen. Der Pachtvertrag für das "Spiral Jetty"-Grundstück wurde damit verlängert.

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